Es ist mein zweiter Tag in Ho Chi Minh City und ich mache noch ein bisschen Geschichtsstunde. Die Tunnel von Cu Chi stehen auf dem Programm. Cu Chi ist eine Gegend im Norden der Stadt, die Dorfbewohner dort sind im Krieg vor den Amerikaner unter die Erde gefluechtet. Ein 250km langes Tunnelnetzwerk wurde von den Guerillas dort errichtet. Der Ferind kam meist tagsueber, also wurdewn die Felder nachts bestellt. Pflug in der einen Hand und AK-47 in der Anderen. Die ganze Gegend wurde mit Bambusfallen und aehnlichem uebersaaet um sich vor den Amerikanern zu schuetzen. Fallen und Granaten wurden aus den Waffen der GIs gebaut.

Eine Bambusfalle

Fuer Cu Chi muss ich ein bisschen meine Prinzipien ueber Bord werfen. Die Tunnel sind mit oeffentlichen Verkehrsmitteln nicht zu erreichen und ein Motorrad will ich in Ho Chi Minh City nicht benutzen. Ich mache also eine Tour. Irgendwann muss ich ja mal meine Vorurteile gegen die Touren bestaetigen.

Wir laufen morgens vom Hotel zum Bus, schoen in einer Reihe. Ein bisschen fuehle ich mich an meine ersten Klassenfahrten erinnert. Im Bus erklaert der Reisefuehrer den genauen Ablauf der Tour, nichts wird dem Zufall ueberlassen. Er spickt seine Erklaerungen mit schlechten Witzen und das Gefuehl auf Klassenfahrt zu sein wird staerker. Immerhin sind seine Erklaerungen zur Geschichte recht gut.

Nacheinander sehen wir uns die Eingaenge zu den Tunneln an, dann die Fallen, eine Waffenfabrik. Gegen Mittag gibt es einen Schiessstand. Fuer 30000 Dong kann man sich eine Gewehrkugel kaufen und mit der AK-47 oder einer amerikanischen Knarre rumballern. Wer's braucht...

Ein Tunneleingang

Am Ende folgt dann der Gang durch einen Tunnel. Wir laufen nur 100m. Die Tunnel sind eng und nicht besonders hoch. Meistens muss man kriechen. Der Tourguide erzehlt mir, dass die Tunnel nachtraeglich vergroessert wurden, wahrscheinlich sind mal Touris stecken geblieben oder so. Urspruenglich waren die Tunnel 80cm hoch und 50cm breit.

100m durch die Tunnel von Cu Chi