Als ich auf dem Zeltplatz ankomme bin ich bereits voellig durchnaesst. In der Regenzeit wandern zu gehen war nur eine bedingt gute Idee. Ich fuehle mich ein wenig an Vietnam vor einem Jahr erinnert, mit dem Unterschied, dass ich diesmal im Zelt schlafen werde. Immerhin habe ich unterwegs schonmal zwei Rehe gesehen und wegen der Tiere bin ich schliesslich hier.

Helen und Paul bieten mir auf dem Zeltplatz erstmal einen Tee an. Die beiden sind aus England und seit 18 Monaten mit ihrem Land Rover unterwegs. Neben dem Tee baue ich, da es gerade mal nicht regnet, mein Zelt auf. Den Rest des Abends unterhalten wir uns ueber ihre Abenteuer, meine Erlebnisse und den Rest der Welt.

Mein Zelt, an der einzigen Stelle, die nicht ueberflutet war

Nach dem Fruehstueck verabschiede ich mich von den Beiden und mache mich auf den Weg zum 12km entfernten Strand. Als der Weg noch eine Strasse ist treffe ich den ersten Iguana. Ein wenig scheu rennt er zuerst vor mir weg, laesst sich dann aber doch fotografieren. Stolz reckt er dabei den kleinen Kopf in die Hoehe.

Iguana

Die Strasse wird immer schlechter und schlammiger. Ein Zeichen der Regenzeit. Diverse Fluesse ziehen sich ueber die Strasse, einer ist fast Knietief. Im Schlamm finden sich immer wieder Spuren diverser Tiere und ueber mir heulen die Howler-Monkeys. Ein paar Spider Mokeys begleiten mich eine Weile.

Grosse Katze? Oder doch nur Coyote?

Nach fast zweieinhalb Stunden lichtet sich der Wald und die ersten Krabben bevoelkern die Strasse. In der Ferne ist das Meer zu hoeren, und nur 10 Minuten spaeter stehe ich an einem einsamen Traumstrand. Playa Naranjo. Es ist warm und ich habe meine Badesachen nicht eingepackt. Als ob mich das je vom Baden abgehalten haette... Im heissen Sand verbrenne ich mir noch eine Runde die Fuesse und schon erreiche ich - zum letzten Mal fuer diesen Urlab - den Pazifik.

Playa Naranjo bei Ebbe

Auf dem Rueckweg mache ich an der Nahe gelegenen Ranger Station eine kurze Pause. Der Ranger sieht mich und wir unterhalten uns fuer ein paar Minuten. Wenn die Leute langsam sprechen ist mein Spanisch gar nicht so schlecht. Zumindest verstehe ich, dass er mir etwas zeigen will. Ich folge ihm in die Kueche und er zeigt auf das Funkgeraet. Okay, mein Spanisch ist doch grottig, ich habe keine Ahnung was er von mir will. Bis ich die Schlange hinter dem Funkgeraet entdecke. Er sagt, sie sei seit zwei Tagen da. Sie verdaut, haette vorher etwas grosses gegessen.

Eine Boa, hinter dem Funkgeraet

Ich mache mich auf den Rueckweg. Etwa bei der Haelfte faengt der Regen wieder an. White-faced Mokeys und Howler Monkeys begleiten mich. Ein Reh und ein paar Voegel lassen sich blicken. Der Zeltplatz ist leer, als ich dort ankomme. Niemand ist so verrueckt, in der Regenzeit hier zu zelten.