Nach insgesamt drei Naechten in Siboney, fahren wir mit dem Uso Particular zurueck nach Santiago de Cuba. Weil Busse in Kuba knapp und unzuverlaessig sind, wurden alte LKWs kurzerhand zu Personentransportern umgebaut. Meist wurden 4 lange Holzbaenke installiert. Nun spannt man noch eine Plane ueber den Truck und denkt sich einen passenden Namen, wie “El Durado” aus und schon hat man einen Behelfsbus in dem etwa 60 Personen Platz finden.

Uso Particular

Mit El Durado, einem Uso Particular, fahren wir zurueck nach Santiago de Cuba.

Von Santiago aus geht es auf die gleiche Weise bis in den kleinen Ort Chivirico, etwa 60km westlich. Hier neigt sich der Tag schon dem Ende und wir suchen uns noch ein kleines Zimmer und geniessen an der Strandbar ein kleines Abendbrot und ein Bier – natuerlich nur Flo. Dank unseres neuen kanadischen Freundes wird aus dem einem Bier allerdings gleich drei.

Die Bucht von Chivirico

Beim Abendessen blicken wir auf die Bucht von Chivirico.

Der Kuestenstreifen zwischen Chivirico und Marea del Portillo soll der schoenste der ganzen Insel sein und so heisst es fuer uns der Weg ist das Ziel. Am naechsten Tag fahren wir zunaechst mit dem Bus ueber abenteuerliche Strassen – nennen wir sie besser Feldwege. Trotzdem sind wir guter Dinge und freuen uns eine Weile ueber die gute Aussicht auch wenn wir ein paar Mal Angst haben, dass der Bus umkippt und mit uns im Meer verschwindet.

Kuba waere aber nicht Kuba, wenn alles Glatt laufen wuerde und so muessen wir auch diesmal improvisieren. In einem kleinen Ort, etwa 40km vor Marea del Portillo haelt der Bus ploetzlich an und alle steigen aus. Endstation. Und jetzt?

Steilkueste in Kubas Sueden

Die Steilkueste in Kubas Sueden ist die schoenste der Insel.

Etwa eine Stunde warten wir mit ein paar Kubanern, ob ein weiterer Bus kommt. Zwei der Wartenden werden von einem Lada per Anhalter mitgenommen. Weitere Autos, Busse oder LKWs kommen nicht vorbei. Eine Familie verliert noch vor uns die Geduld und macht sich zu Fuss auf den Weg. 40km sind zu weit zu laufen, noch dazu mit Rucksaecken. Trotzdem verlieren auch wir nach einer guten Stunde die Geduld und entscheiden uns ein Stueck zu laufen.

Wir sind noch keinen Kilometer weit gelaufen, da hoeren wir hinter uns deutlich ein Motorengeraeusch. Ein mit Holz beladener LKW quaelt sich hinter uns den Berg hoch. Ich halte den Daumen raus, kurz hoffen, das Motorengeraeusch wird leiser und der Fahrer haelt seinen LKW an. Ein kleiner Junge muss vom Beifahrersitz auf die Ladeflaeche, wo schon ein paar aeltere Jungs sitzen. “De donde van?”, “Wo wollt ihr hin?”, fragt der Fahrer. “Marea del Portillo.” – “Ahh, Marea.” Wir steigen ein.

Zwischen La Plata und Marea del Portillo

Zwischen La Plata und Marea del Portillo, im Sueden Kubas.

In Marea del Portillo verbringen wir ein paar Tage am Strand, bevor es per Anhalter und auf Trucks weiter bis Bayamo geht. Auch wenn wir in Bayamo nur eine Nacht verbringen, ueberrascht uns die Stadt. Bayamo ist nicht so verfallen, wie Havana und Santiago, hier gibt es einige schoene Haeuser und es ist auch nicht so laut, wie in den beiden anderen Staedten.

Der Strand in Marea del Portillo

Der Strand in Marea del Portillo, hier lassen wir es uns ein paar Tage gut gehen.