Las Vegas des Ostens

Aug 19, 2010 • fly.floh • Vietnam 2010

Macau, die kleine Stadt neben Hong Kong, die bis 1999 portugiesische Kolonie war, wird gerne mal als Las Vegas des Ostens bezeichnet. Das liegt daran, dass hier, im Gegensatz zu China und Hong Kong, Gluecksspiel erlaubt ist und sich deswegen eine ansehnliche Menge "Mega-Casinos" hier tummelt.

Das eigentlich Interessante an der Stadt ist aber die Mischung aus portugiesischen Koloniealbauten, zeitgenoessischer, chinesischer Architektur (nennen wir sie mal praktisch) und modernen Glaspalaesten. So gibt es in der Stadt, die sich auf eine Halbinsel und eine Insel verteilt eine ganze Menge zu sehen.

Heute habe ich allerdings, nachdem ich angekommen bin, nur einen ausgedehnten Spaziergang gemacht und schonmal das viel gelobte macanesische Essen genossen. Um ehrlich zu sein war das einheimische Bier besser als das einheimische Essen, aber besser als das "Fruehstueck" aus dem Flugzeug war's allemal. Die Sehenswuerdigkeiten will ich mir dann morgen, nach einer ordentlichen Nacht Schlaf, mal in aller Ruhe anschauen.

Also nicht, zumindest nicht so

Aug 15, 2010 • fly.floh • Vietnam 2010

Die Nachrichten aus Pakistan werden nicht besser. Ganz im Gegenteil, in Gilgit-Baltistan werden nun wegen fehlendem Stroms Krankenhaeuser geschlossen. Ueber den See im Hunza Valley kommt man nun auch nicht mehr, das Benzin fuer die Boote fehlt. Inzwischen glaube ich auch nicht mehr, dass sich die Situation in absehbarer Zeit bessert.

Deshalb habe ich mich gestern  kurzfristig entschieden nach China - genaugenommen Hong Kong - zu fliegen und noch ein wenig im Suedwesten Chinas rumzureisen. Yunnan, Guangxi und Hunan scheinen sehr interessant zu sein. Die 30 Tage die ich laut Visum in China verbringen darf werden da schon nicht langweilig.  Vorher will ich noch ein paar Tage in Macau verbringen, das  habe ich  ja vor zwei Jahren noch nicht gesehen.

Damit ich den Rest der Ferien auch noch voll bekomme, werde ich mich morgen mal noch um ein  Visum fuer Vietnam bemuehen und die zweite Haelfte meines Urlaubs zwischen Urwald, Bergen und Traumstraenden verbringen. Den passenden Lonely Planet habe ich gestern mal schnell spontan  eingekauft.

Fliegen oder nicht fliegen

Aug 12, 2010 • fly.floh • TravelVietnam 2010

Meine naechste grosse Reise naehert sich. Zumindest war das der Plan. Das Reiseziel ist sowieso schon in der eher unkonventionellen Ecke anzusiedeln. Den meisten Menschen scheint Pakistan schlicht und einfach zu gefaehrlich zum Urlaub machen. Lonely Planet sagt da ein klein wenig was anderes. Selbst das Auswaertige Amt warnt nur vor bestimmten Gegenden des Landes.

Derzeit ist Pakistan aber wegen der verheerenden Flut, die das Land gerade heim sucht in den Nachrichten. Vor einigen Tagen hatten heftige Regenfaelle im Nordosten des Landes die ersten Fluesse ueber die Ufer treten lassen. Inzwischen hat das Wasser des Indus immense Schaeden angerichtet.

Landschaftlich ist die Gegend im Nordosten Pakistans eine der schoensten, die man sich ausmalen kann. Der Karakorum Highway schlaengelt sich von Abbottabad durch Himalaya und Karakorum ueber 1300km bis Kashgar im Westen Chinas. Der Nanga Parbat und - ein paar Taeler weiter - der K2 sind nur zwei der Highlights, die hier oben zu finden sind, bevor der Highway den hoechsten, offiziellen Grenzuebergang der Welt, den Khunjerab Pass in etwa 4693m Hoehe erreicht.

Der Karakorum Highway wurde durch die Flut an mehreren Stellen zerstoert, Bruecken wurden beschaedigt oder ganz weggespuelt und die Strasse selbst ist auch stark in Mitleidenschaft gezogen. So stellt sich also am Ende nicht nur die generelle Frage ob es sein muss in ein solches Gebiet zu fliegen oder ob man die Plaetze im Flugzeug nicht lieber fuer die laesst, die helfen koennen; sondern auch die ganz spezielle Frage ob es im Moment ueberhaupt moeglich ist den Karakorum Highway zu bereisen.

Summer Night in Dresden

Aug 1, 2010 • fly.floh • Fotos

Die Dresdner Altstadt in einer Sommernacht

An American Original

Jul 14, 2010 • fly.floh • Fotos

Abkuehlung

Jul 9, 2010 • fly.floh • Fotos

Hofkirche und Stallhof im Winter

Hofkirche und Residenzschloss im Winter

Finale

Jun 25, 2010 • fly.floh • Fotos

Finale Ligure

The Race

Jun 19, 2010 • fly.floh • Fotos

The Race

Halfdome geentert

Sep 24, 2009 • fly.floh • Fotos

Halfdome

Klettern

Aug 17, 2009 • fly.floh • Fotos

Nachdem ich letzte Woche meine letzten Pruefungen fuer dieses Semester geschrieben hab, musste ich ueber's Wochenende mal spontan in die Alpen zum Klettern fahren. Ein paar schoene Bilder hab ich auch gemacht:

Where are we headed?

Nov 2, 2008 • fly.floh • Fotos

Happiness Land

Oct 14, 2008 • fly.floh • China 2008

Der folgende Text ist inspiriert von einem nicht ganz so kleinen Park, mitten in Ulaanbaatar. Über dem Eingang des Parks steht in grossen Buchstaben "Happiness Land". Hier gab es mal ein Riesenrad, einen See mit Tretbooten und eine kleine Achterbahn für kleine Kinder.

It was a strange day. There were no children's voices, no laughter. Just strange honking noises coming from further away. The little mouse was slowly awakening. It sniffed around, did not quite notice what was wrong at first.Only when it left it's home it saw the big park and suddenly realised the emptiness.
There were no children's voices and no laughter. There were no children. Not one single boat with a child was floating the the waters of the big sea. The statues of the penguins were slowly shaken by the wind. No one was playing on them today.
The mouse was struck, it did not move. It suddenly felt alone, empty. This could not be! It ran over to the big wheel, right next to the monorail. From far away still, it could see, nothing was moving. The wind was moving the wheel a little, but there were no children. No children with ice cream, no children begging their parents for just one more ride. There was no more ride. No children. What had happened?
The wheeel screeched in the wind, it was already begining to corrode, to die.
A sign had been left at the entrance to the operator's cabin, it was just as if everyone had run away. Run away for good. The little mouse checked out the monorail, but no one was riding that either. The cars were just standing there, as they had been left the evening before. The mouse didn't even bother to visit the carousel. It just went for the entrance, ran over empty grass. With picknick tables, without children.
The entrance to Happiness Land did not give answers, just the sad sight of one small girl crying in front of the closed gates.

[Happiness Land](https://www.halbmastwurf.de/images/2010/06/2008-09-02_114322.jpg) [Riesenrad](https://www.halbmastwurf.de/images/2010/06/2008-09-02_120942.jpg) [Achterbahn](https://www.halbmastwurf.de/images/2010/06/2008-09-02_121512.jpg)

Home sweet Home

Oct 5, 2008 • fly.floh • China 2008

Die letzten Tage in Hongkong haben wir uns also Kowloon angeschaut, mit dem Lady's Market und Hongkong Island mit dem Victoria Peak, auf dem wir einen ganzen Nachmittag verbracht haben. Endlich mal ein wenig Ruhe. Ein Trip zum Airport sichert mir danach auch den Heimflug, der übrigens im Gegensatz zum Hinweg erholsam ereignislos verläuft. Diesmal gibt's auch den freundlichen Abholdienst am Flughafen. :)

Hongkong

Hongkong ist im Grunde genommen London ähnlicher als jeder anderen Stadt. Linksverkehr ist der auffälligste englische Einfluss. Hongkong ist ansonsten Melting Pot (nicht zu verwechseln mit Hotpot) pur. Im Hostel tummeln sich Amerikaner, Jamaikaner und Afrikaner und die Meisten wollen nur eins: Business. Allerdings wird eindeutig mehr geredet als gehandelt und so bleiben die Leute auch mal eben ein halbes Jahr im Hostel. Trotz der teilweise sehr komischen Gesellschaft lassen wir uns das Bier schmecken und hören ein wenig zu. Billige reparierte iPhones wollen wir trotzdem nicht kaufen.

So endete mein China-Trip dann letzte Woche mit 8kg zu viel Gepäck und einem Haufen Erfahrungen und Eindrücken. Die Bilder werden hier nach und nach auch noch präsentiert, ich bin im Moment am konvertieren.

Hongkong nach Nuri

Sep 24, 2008 • fly.floh • China 2008

Hongkong Skyline

Nachdem wir gestern den Taifun Nuri hatten - keine Angst war nicht schlimm - konnten wir uns also heute mal in Ruhe Hongkong anschauen. Die letzten Wolken verziehen sich grade als wir endlich mal uebers Meer zur Skyline schauen.

Fun with the Locals II

Sep 24, 2008 • fly.floh • China 2008

In Hongkong ist die Hoteldichte sehr hoch. Entsprechend wird man wenn man einen grossen Rucksack traegt auch an jeder Ecke angesprochen, ob man nicht noch ein Hotelzimmer braucht. Selbst auf ein "I already have a booking" reagieren die Typen nicht und so muessen wir wieder zu fortgeschrittenen Mitteln greifen. Einer der armen Typer spricht mich mit schon sehr verbrauchter Stimme an, er haette Zimmer. Ja wir haben wirklich schon eine Buchung und sind einigermassen genervt. Ich antworte also auf seine kratzige Anfrage mit: "You might wanna save your voice, I'm not buying it!" Ich glaube er haette am liebsten geweint, anyways, so schnell hat noch keiner von denen locker gelassen.

Natuerlich kann man in Hongkong auch Fake Watches kaufen - und ja die sind wirklich Fake, not Copy. Wiedermal macht einer dieser Typen den Fehler mich anzufassen. Ich sage ihm also: "Do not touch me!" Er antowrtet mit: "It's not a problem." und ich informiere ihn:"Yes it is!", waehrend er mit Roman das gleiche Spiel abzieht. Roman grinst ihn einfach nur auf die You've just been told Weise an. In dem Moment realisiert er seinen Fehler und verlaesst kleinlaut die Szene.

Mal schauen was uns beim shoppen die naechsten Tage hier noch erwartet. Eine Erfahrung haben wir allerdings schon gemacht: Man sollte die Chopsticks Verkaeuferinnen nicht darauf hinweisen, dass ihre Holz-Chopsticks aus Plastik sind. Man wird hochkannt aus dem Laden geschmissen. Man wird hochkannt des Standes verwiesen.

25 Grad.... Wassertemperatur

Sep 23, 2008 • fly.floh • China 2008

Ich hab gehoert in Deutschland waer der Winter ausgebrochen? Nunja in Xiamen sind gerade 35 Grad und Super Sonnenschein - was meine Schulter leider stark bestaetigen kann. :(

[Faehre](https://www.halbmastwurf.de/images/2010/06/2008-09-21_115336.jpg)

Anyways, der Pazifik hat hier gerade 25 Grad Wassertemperatur und so lassen sich die 35 Grad echt angenehm aushalten. Nach dem Baden gibt's ein kuehles Bierchen. Mit den Leuten aus dem Hostel haben wir zwei Abende nett gequatscht und verabreden uns mit einem der Mitarbeiter zum Fisch essen. Auf dem Markt kaufen wir viel leckeren, frischen Fisch fuer wenig Geld, den uns der Hostel-Koch dann fuer ein Bier zubereitet. Fischsuppe, gebratenen Fisch, nochmal gebratener Fisch, Tintenfisch und Hummer. Ein Festmahl und extrem lecker. Auf Gulang Yu laesst sichs echt aushalten. Schade nur dass unser Zeitplan knapp ist und wir hier nur einen vollen Tag verbringen konnten.

[Am Strand](https://www.halbmastwurf.de/images/2010/06/2008-09-21_143834.jpg)

Heute frueh haben wir uns in den Bus nach Hongkong gesetzt, wo wir nach 8 Stunden Fahrt gerade angekommen sind.

Fun with the Locals

Sep 19, 2008 • fly.floh • China 2008

Wolle Rose kaufen? So wird man in Europa meist von irgendwelchen nervigen Verkaeufern angesprochen. In China wollen sie einem meist irgendwelchen Plunder verkaufen. So z.B. vor saemtlichen buddhistischen Tempeln die man sich so anschaut. Es gibt Buddha-Statuen bis zum abwinken, komischen Plastik-Muell und Dinge von denen man eigentlich gar nicht wissen will wofuer sie gut sind.

"Hallo, Hallo!" So wird man meist auf die Offensive vorbereitet. Der geuebte nervige Menschen Abwimmler kann mehrere Gegen-Taktiken versuchen.

Versuch 1: Man ist ja hoeflich - und optimistisch - , vielleicht tuts ja ein einfaches "No, thanks." Doch weit gefehlt, die Nerverei geht weiter.

Versuch 2: Immernoch hoeflich kommt das genervte "No!" Doch auch hier keine Chance.

Versuch 3: Es wird lustig. Der Nerv-Faktor ist inzwischen so hoch, dass man saemtlich Gute Erziehung vergisst, auch wenn man davon eine ganze Menge genossen hat. Auf das "Hallo, Hallo.." gibt es nun erstmal nur eine Antwort. Man werfe einen ausgiebigen, Hoffnung weckenden Blick auf den Plunder. Nun dem Verkaeufer oder der Verkaeuferin kurz mit einem Psycho-Blick der eigenen Wahl anschauen. Die Krone des Ganzen ist ein Psychopathisches Lachen. Darauf reagiert jeder der Verkaeufer nur noch mit unsicherer Stille. Wenn das Lachen laut genug ist schafft man es mit ein wenig Uebung sogar saemtliche Nachbarverkaefuer soweit zu versunsichern, dass diese gar nicht erst versuchen einen anzusprechen.

Wer es bis hierher geschafft hat kann sich nun in Level 2 des Abenteuers begeben. Chinas grosse Einkaufsstrassen, wie z.B.die East Nanjing Road. Hier gibt es alle 10m Menschen, die einem Uhren, Taschen, T-Shirts andrehen wollen. Wie ich bereits lernen durfte natuerlich keine Fakes... Copies!

Diese Verkaeufer breiten ein ca. Din-A4 grosses Blatt Papier, natuerlich laminiert, vor einem aus und labern einen teilweise zu zweit oder dritt gleichzeitig voll.

Versuch 1: Gekonntes Ignorieren. Wirkt zwar, aber man braucht meist so lange um einen von denen los zu werden, dass einen direkt der naechste Geier anspricht. Ausserdem macht das wenig Spass.

Versuch 2: Nach Produkten fragen, die sich garantiert nicht haben. Flugzeuge und Boote haben sich als effektiv erwiesen. Produziert sehr unglaeubige Blicke, teilweise unbezahlbar.

Versuch 3: Lautes, genervtes No, ueber Fuck Off, bis hin zu  Fuck You. Produziert meist sehr aggressive Gegenreaktion. Liefert aber schnelle Ergebnisse.

Bonuslevel 1: Der Typ der versuchte Beijing 2008 T-Shirts zu verkaufen. Nunja ganz klare Antwort. "You're in thew wrong city, man. This is Shanghai, not Beijing." Irritierter, wieder unbezahlbarer Blick. He did not like that.

Bonuslevel 2: Wer oft genug Leute einfach ignoriert wird hin und wieder einfach mal am Arm gepackt und so daran gehindert weiter zu gehen. Ein einfaches "If you ever touch me again, I'll kill you!" mit dem entsprechenden Psycho-Blick hat sich hier als sehr hilfreich erwiesen. Die schnellste Reaktion kam von dem Typen der tatsaechlich einfach veraengstigt weggerannt ist. Den Award fuer die witzigste Reaktion gewinnt der Mensch, der - ein wenig erschrocken - gefragt hat: "Why?"

Bootchen fahren

Sep 18, 2008 • fly.floh • China 2008

Den ersten Tag in Chengdu verbringen wir damit uns die Stadt ein wenig anzusehen. Wir besuchen einen netten Park in dem ein alter Luftschutzbunker zu einer Art Geisterbahn umgebaut wurde. Sehr komisch das Ganze, aber hat Flair. Ausserdem wundern wir uns ueber die sehr komische Armhaltung der Mao-Statue. Vielleicht sind wir aber auch einfach zu sehr mit deutscher Geschichte vorbelastet.

[Mao](https://www.halbmastwurf.de/images/2010/06/2008-09-12_115256.jpg) [Geisterbahn im Luftschutzbunker](https://www.halbmastwurf.de/images/2010/06/2008-09-12_124146.jpg) [Metro](https://www.halbmastwurf.de/images/2010/06/2008-09-12_130804.jpg) [Fleischer](https://www.halbmastwurf.de/images/2010/06/2008-09-12_142848.jpg)

Am zweiten Tag kommen wir zum eigentlichen Grund unseres Besuchs in Chengdu. Pandas. Wir besuchen das Panda Breeding Center noerdlich von Chengdu und schauen uns ein paar Stunden suesse Baerchen an. Bilder folgen, chinesisches Internet ist zu langsam fuer meine Bilder.

[](https://www.halbmastwurf.de/images/2010/06/2008-09-13_024240.jpg) [](https://www.halbmastwurf.de/images/2010/06/2008-09-13_030438.jpg) [](https://www.halbmastwurf.de/images/2010/06/2008-09-13_033212.jpg)

Einen Tag spaeter gehts dann endlich wieder aus Chengdu raus. Mit dem Zug (Hard Seat again) fahren wir nach Chongqing, je nach rechenweise groesste Stadt der Welt. Dort geniessen wir ein Mittagessen und schlendern ein wenig durch die Stadt bevor es mit dem Bus ein paar Kilometer den Yangtse runter geht, wo wir in ein Boot umsteigen. Nach ein wenig Aufrur, nervigen Bootsbegleiterinnen haben wir eine Koje mit vier Betten fuer uns und eine Eintrittskarte fuer das Observation Deck. Abends besuchen wir noch einen Touri-Buddhismus-Tempel. Nunja, Religions-Ausverkauf gibt es eben nicht nur in Polen, sondern auch hier. Danach wollen wir uns noch ein wenig mit einem Bierchen auf das Observation Deck setzen, welches dann schon zu ist. Frechheit, wir haben immerhin 50Yuan dafuer bezahlt! Also nerven wir die Stewardessen so lange, bis sie entnervt aufgeben und das Deck nochmal aufmachen. Ich glaube sie haben an dem Tag gelernt was Kapitalismus bedeutet...

[](https://www.halbmastwurf.de/images/2010/06/2008-09-14_174052.jpg)

Morgens (eigentlich noch mitten in der Nacht) um 6 geht es durch die erste Schlucht, Wu Gorge. Imposante Felsen tuermen sich links und rechts knappe 1000m nach oben. Markierungen geben den erhoehten Wasserstand an. 145m von geplanten 175m sind schon im 3-Schluchten-Damm drin. Die anderen beiden Schluchten folgen am Nachmittag.

[Wu Gorge](https://www.halbmastwurf.de/images/2010/06/2008-09-15_003434.jpg) [Impressionen](https://www.halbmastwurf.de/images/2010/06/2008-09-15_093908.jpg) [Impressionen der Bootstour](https://www.halbmastwurf.de/images/2010/06/2008-09-15_094722.jpg) [Impressionen der Bootstour](https://www.halbmastwurf.de/images/2010/06/2008-09-15_110458.jpg) [Impressionen der Bootstour](https://www.halbmastwurf.de/images/2010/06/2008-09-15_121640.jpg)

Unser Bootsausflug endet am 3-Schluchten-Damm, mit einer Besichtung vom Damm. Wir steigen vom Boot in einen Bus, der uns zum Damm faehrt. Dort gehts mit einem anderen Bus weiter um den Damm rum. Hin und wieder duerfen wir aussteigen und chinesische Ingenieurskunst bewundern und Fotos machen. Auf den Damm selbst duerfen wir nicht. Koennte ja explodieren.

[3-Gorges-Dam](https://www.halbmastwurf.de/images/2010/06/2008-09-16_073054.jpg)

Abends fahren wir weiter nach Wuhan. Statt Sitzen gibts im Bus zwei uebereinander gelegte Matratzen. Sehr bequem... Naja einen Tag spaeter hoerte mein Koerper dann doch mit schmerzen auf. Egal, Indianer kennt keinen Schmerz. Wir haben eine Nacht in Wuhan, wollen wir doch also 2 halbe Tage lang die Stadt erkunden. Auf dem Boot haben wir drei Australier kennen gelernt, mit denen wir einen Park in Wuhan besuchen, der toll sein soll. Naja ausser Smog sieht man nicht viel. Man kann kaum die andere Seite des Yangtses erkennen. Danach wage ich mit den dreien noch China's Most Crazy Busride. Der war aber gar nicht so crazy und so laufen wir nach 20 Minuten ganz normaler, entspannter Busfahrt zurueck zum Hostel. Den Weg wusste zwar keiner, angekommen sind wir trotzdem irgendwie.

[Wuhan im Smog](https://www.halbmastwurf.de/images/2010/06/2008-09-17_075752.jpg)

Mit den Australiern teilen wir zufaellig noch eine Kabine im Hard Sleeper (ja bequemes Zugfahren :) ), mit dem wir heute morgen in Shanghai angekommen sind. Nach einchecken im Hostel sind wir gerade ueber Chinas bekannste Shopping Strasse zum Flussufer gelatscht. Hier hat man einen Klasse Blick auf die Skyline (auch hier, Fotos folgen). Als letztes waren wir heute noch kurz zum Essen in der French Concession, morgen steht die Old Town auf dem Programm. Uebermorgen Abend fahren wir dann weiter nach Xiamen und auf die kleine Insel Gulang Yu. Ein bisschen Baden muss auch mal sein.

[Shanghais Shopping Meile](https://www.halbmastwurf.de/images/2010/06/2008-09-18_114532.jpg)

26 Stunden Holzklasse

Sep 12, 2008 • fly.floh • China 2008

Gestern Abend sind wir nun in Chengdu angekommen. Huebsche chinesische Kleinstadt, mitten in Sichuan, mit etwa 15 Millionen Einwohnern.

Den Weg von Peking nach Chengdu haben wir wie immer mit dem Zug zurueck gelegt. Ein kleiner Unterschied diesmal: Fuer den Expresszug gab es nur noch Holzklasse Tickets. Wir entscheiden uns also dafuer 26 Stunden in der chinesischen Holzklasse zu verbringen und bezahlen fuer ca. 2000km Zugfahrt etwa 25 Euro pro Person.

[Proviant](https://www.halbmastwurf.de/images/2010/06/2008-09-10_081218.jpg)

Wir steigen also nach der absolut sinnvollen Sicherheitskontrolle (ich hatte eine Dose Bier in der Hosentasche und kein Metalldetektor hat gepiept) in den Zug. Im Waggon sitzen geschaetzte 100 Chinesen und schauen uns mit grossen Augen an. "This is gonna be sooo much fun." Wir verstauen unsere Rucksaecke und nehmen unsere Plaetze ein, alles unter neugierigen Blicken der anderen Reisenden. Ein paar Stunden spaeter fragt uns dann ein junger Chinese in gebrochenem Englisch ob wir mit ihm Karten spielen wollen. Er erklaert uns kurz die wichtigsten Regeln aber das Meiste finden wir waehrrend dem Spiel heraus. Hyper konsumiert unterdessen etwas zu viel Reiswein und bekippt sich mehrfach mit Instant-Nudeln. Ansonsten ist die Zugfahrt recht ereignisslos und nach langer Fahrt durch absolut imposante Flusstaeler kommen wir puenktlich und problemlos in Chengdu an.

Nachdem wir im Hostel eingecheckt haben gehen wir erstmal Hotpot essen. Hotpot ist etwa mit Fondue zu vergleichen, man hat heisses Fett in das man allerlei Fleisch und Pilze und Bambus-Sprossen taucht und dann isst, natuerlich mit Staebchen. Der grosse Unterschied zu normalen Fondue sind aber die geschaetzten 15 Pepperoni-Schoten und Millionen von chinesischen Pfefferkoernern, die im Fett schwimmen. Very Hot Food. Extrem lecker, zumindest nachdem die Zunge so taub ist, dass man die Schaerfe einigermassen aushaelt.

[Hotpot](https://www.halbmastwurf.de/images/2010/06/2008-09-11_153430.jpg)

I Kina spiser de hunde

Sep 12, 2008 • fly.floh • China 2008

Frueh aufstehen stand am letzten Tag in Peking auf dem Programm, wir wollten das offizielle Hissen der Staatsflagge beobachten. Sonderlich spannend war das aber nicht, die Soldaten die die Flagge bringen laufen aber mit genau 75cm Schrittlaenge und 108 Schritten pro Minute ueber den Tiananmen Sq.

[Flagge](https://www.halbmastwurf.de/images/2010/06/2008-09-08_235600.jpg)

Den restlichen Tag haben wir in der Verbotenen Stadt verbracht. Die Palaeste der Ming und Qing Dynastie sind absolut riesig und man kann dort locker einen halben Tag verbringen. Viele Gebaeude sind allerdings sehr aehnlich und so haben wir uns lieber die Gaerten etwas ausfuehrlicher angeschaut. Die chinesischen Gaerten in der Verbotenen Stadt sind nett hergerichtet und nehmen fast die Haelfte des Areals der Verbotenen Stadt ein.

[Verbotene Stadt](https://www.halbmastwurf.de/images/2010/06/2008-09-09_074148.jpg) [Verbotene Stadt](https://www.halbmastwurf.de/images/2010/06/2008-09-09_083424.jpg) [Dach](https://www.halbmastwurf.de/images/2010/06/2008-09-09_092100.jpg) [Chinesische Gaerten](https://www.halbmastwurf.de/images/2010/06/2008-09-09_093900.jpg)

Wir verlassen die Verbotene Stadt um 16 Uhr und haben uns erstmal ein leckeres Essen verdient. Abends wollen Roman und ich dann in den Mao Klub um eine chinesische Rockband zu sehen. Nach langer Suche stellen wir aber fest, dass der Klub heute zu hat und gehen zurueck ins Hostel.

This is a Great Wall

Sep 8, 2008 • fly.floh • China 2008

Heute stand also die Grosse Mauer auf dem Plan. Da wir keine Pauschaltouristen sind wie diese komischen Leute im Zug, muessen wir uns erstmal entscheiden wo wir eigentlich hin wollen. Lonely Planet ist an der Stelle sehr hilfreich und ein Bewohner unseres Hostels gibt uns den Tip fuer Yinshanling. Von dort wollen wir dann die 10km nach Simatai laufen.

Wir stehen also freuh auf und machen uns zunaechst per Subway auf den Weg zum Long Distance Bus Terminal. Von dort gehts mit dem Bus 980 nach Miyun, wo wir mit einer Chinesin ausmachen, dass sie uns nach Yinshanling faehrt und von Simatai wieder abholt. Alles erfreulich problemlos.

In Yinshanling angekommen machen wir uns also auf den Weg, zunaechst sieht man keine Mauer, nur einen Ticket-Schalter, 40 Yuan Eintritt fuer eine 2000 Jahre alte Mauer. Kurze Zeit spaeter kommt die Mauer dann endlich in Sicht und unsere Motivation steigt ins Unermessliche. Eine wahrhaft imposante Mauer. Nicht besonders hoch - ich hatte sie mir zumindest hoeher vorgestellt - dafuer aber lang.

[Grosse Mauer](https://www.halbmastwurf.de/images/2010/06/2008-09-08_063622.jpg)

Auf der Mauer, sitzt keine zwar keine Wanze, dafuer aber eine Menge alter Mongolinnen, die einem Wasser und T-Shirts andrehen wollen. Toll, und das nur weil ich meine Wampe ein wenig braeunen will. Die Frauen erweisen sich trotz ihres meist recht fortgeschrittenen Alters als erstaunlich fit und folgen uns teilweise mehrere Kilometer unseres Weges nur um nach jedem mittleren Anstieg erneut nach Iced Water zu fragen. Wir haben unser eigenes, angenehm warm. Nach etwa drei Stunden Wanderung und weiteren 50 Yuan Eintritt kommen wir dann in Simatai an. Ein Paradies, hier wird die Mauer von einem kleinen Fluss getrennt, viele Baeume stehen in dem Tal, rundherum. Der Haufen Natur ist echte Abwechslung zum verdreckten Peking in das wir heute Abend wieder zurueckgekehrt sind.

[Grosse Mauer](https://www.halbmastwurf.de/images/2010/06/2008-09-08_065654.jpg) [Grosse Mauer](https://www.halbmastwurf.de/images/2010/06/2008-09-08_070648.jpg) [Simatai](https://www.halbmastwurf.de/images/2010/06/2008-09-08_084944.jpg)

Beijing Duck, Beijing Style

Sep 7, 2008 • fly.floh • China 2008

So nachdem Hyper ja schon fleissig ueber Peking und Grenze gebloggt hat werde ich dann auch mal wieder was neues erzaehlen.

Wir haben also letzte Woche Donnerstag Ulaanbaatar mit dem Expresszug nach Peking verlassen. In die lange Reihe von deutschen 5-Sterne-Pauschaltouristen passten wir mit unseren Rucksaecken zwar nicht rein, hatten aber gegenueber deren Rollkoffern deutliche Vorteile beim ueblichen Einstiegsgedraenge. Der Altersvorteil war auch nicht zu unterschaetzen. Unser Abteil teilten wir mit Tom, einem sehr netten Chinesen aus Hong-Kong, der uns sehr viele nuetzliche Tips zu China mit auf den Weg gegeben hat.

Nach einem kompletten Tag Fahrt durch sehr ansehnliche mongloische Landschaft und einem absolut geilen Sonnenuntergang, mitten in Gobi, erreichen wir am fruehen Abend die chinesische Grenze. Die Ausreise aus der Mongolei gestaltet sich trotz verlorenem Customs-Zettel sehr problemfrei. Roman wird uns also auch weiterhin auf unserem Trip begleiten.

Sonnenuntergang

Weiter gehts zu den Chinesen. Hier werden wir zum ersten Mal auf unserer Tour kontrolliert. Weil Kocherbenzin so leicht explodieren kann muss ich leider die Benzinflasche abgeben. Aergerlich, herzlich willkommen in China. Die Einreise verlaeuft aber ansonsten Problemfrei, ausser dass wir natuerlich gleich mal eine der drei Departure-Cards verlieren, naja die kann man hoffentlich ersetzen. Waren ja noch nicht ausgefuellt.

Die restliche Nacht ist bis auf einen leicht betrunkenen Hyper recht ruhig und nachdem sich niemand mehr ueber Kopfschmerzen beschwert kann man sogar echt gut schlafen, auch wenn in den modernen chinesischen Zuegen das rhytmische Klappern, das wir aus den russischen Versionen gewohnt sind, fehlt.

China

Mittags kommen wir dann in Beijing an. 30 Grad und Sonne erwarten uns, viel besseres Wetter als in Ulaanbaatar. Im Hostel wird also erstmal die kurze Hose angeworfen und dann genehmigen wir uns das erste Essen am Tag: Beijing Roast Duck. Ein komplette gebratene Ente mit suesser Sosse und sehr duennen, absolut leckeren chinesischen Pancakes dazu. Lonely Planet sagt, dass man "Peking Duck" nur in Beijing echt serviert bekommt.

Gestern haben wir dann das Erlebnis Subway und Bus fahren gewagt, raus zum Summer Palace. Ein sehr schoener Palast mit grossem See, mehreren Tempeln und super Gaerten, ohne die ganzen Touris koennte das echt idyllisch sein.

Summer Palace

Aber was soll's, wir sind ja auch hier. Klasse war das Ding auf jeden Fall. Auf dem Rueckweg laufen wir durch ein echtes Hutong-Viertel. Hutongs sind Pekings enge Gassen, hier mixen sich verschiedenste Gerueche und es gibt viel mehr zu sehen als auf den fuer Olympia herausgeputzten Hauptstrassen. Echte chinesische Kultur und chinesisches Essen. Wunderbar.

Da unsere Subway-Station wegen der Eroeffnungsfeier der Paralympis geschlossen war mussten wir zwei Stationen spaeter aussteigen und einen grossen Umweg nach Hause laufen, dafuer haben wir auf dem Weg aber Top-Plaetze fuer das Feuerwerk gehabt. Bilder dazu folgen in Kuerze.

Feuerwerk

Heute mussten wir dann erstmal neue SD-Karten fuer unsere Kameras versorgen, chinesisches Internet ist zu langsam um sinnvoll Bilder hochzuladen. Danach sind wir nochmal durch ein paar Hutongs geschlendert und haben uns die Laeden angeschaut.

Hutong

Hier gibt's alles, sogar Seife

Sep 1, 2008 • fly.floh • China 2008

Wir haben die letzten zwei Tage auf dem Land verbracht. Mitten im Terelj Nationalpark in Central Mongolia, bei einer mongolischen Familie im ger.

[ger Camp](https://www.halbmastwurf.de/images/2010/06/2008-08-30_035752.jpg)

Leider war direkt nebenan ein grosses Touri-Camp, bei dem am ersten Nachmittag auch prompt ein Show-Naadam-Fest statt fand. Da wir nicht viel zu tun hatten haben wir uns den Anfang des zweistuendigen Spektakels auch angesehen. Zunaechst werden fuenf grosse Busse mit deutschen Pauschal-Touristen angekarrt. Diese muessen nach der etwa einstuendigen Bus-Fahrt von Ulaan Baatar hier raus natuerlich erstmal das Klo testen. Test bestanden, Note: Hier gibt's alles, sogar Seife. Als ein paar Renter zwei Minuten spaeter anfangen "Hol das Lasso raus..." zu singen wird mir schlecht und ich wandere spontan den naechstgelegenen Huegel hoch. Sehr gute Entscheidung. Hinter den Huegeln verbirgt sich absolut geile Landschaft und eine Menge Ruhe. Ein Yak grast einsam auf der Wiese und weiter oben verstecken sich Schafe zwischen den Steinen.

[Yak](https://www.halbmastwurf.de/images/2010/06/2008-08-30_091314.jpg) [Terelj](https://www.halbmastwurf.de/images/2010/06/2008-08-30_092052.jpg)

Am Abend gehen wir mit einem der Kids der Mongolen reiten. Waehrend wir so in die untergehende Sonne reiten fuehle ich mich fast wie in einem dieser Indianer-Filme. Zwei Stunden im russischen Sattel, hinterher tut zwar alles weh, aber es hat sich gelohnt. Am zweiten Tag wollen wir zu einem Nahe gelegenen Kloster reiten. So langsam bekommt man dann auch ein wenig Kontrolle ueber das Pferd. "Ich will wirklich nur so langsam reiten!" Auf dem Rueckweg geraten wir ein wenig in Zeitnot und unser Begleiter treibt die Pferde ordentlich an. Ich wuensche mir sehnlichst einen bequemeren Sattel oder staerke Beine, ein Blick in die Runde zeigt, dass es nicht nur mir so geht. Trotzdem macht der Rueckweg eine Menge Spass und von Pferd gefallen ist auch keiner. Auch wenn sich Romans Pferd mal eben spontan auf die Wiese gelegt hat...

[Pause](https://www.halbmastwurf.de/images/2010/06/2008-08-30_131850.jpg)

Nachdem wir mit Hilfe von zwei Mongolen, deren Lebensgeschichte uns auf mongolisch erzaehlt wurde, noch ein paar Bier gekauft hatten. Konnten wir uns dann am Abend auch den echt geilen Sonnenuntergang, gefolgt vom kaum zu toppenden Sternenhimmel anschauen.

Heute ging es nun zurueck nach Ulaan Baatar, von freundlich hupenden Autofahrern werden wir begruesst und muessen nun mal beim Inder schauen, ob wir denn unser Visum schon haben.

Za!

Aug 27, 2008 • fly.floh • China 2008

Ulaan Baatar ist eine komische Stadt. Dreckig, Laut und belebt. Hat wohl sehr wenig mit der sonstigen Mongolei zu tun. Leider muessen wir ein paar Tage hier verbringen um Hypers China-Visum und Romans und mein Indien-Visum zu bekommen. Doch zuerst erwartet uns Kulturschock, die meisten Mongolen auf der Strasse schauen einen an, als ob sie dich am liebsten gleich Essen wuerden. In Geschaeften gibt es massenweise deutsche Billigprodukte ala Gut und Guenstig zu ordentlich gesalzenen Preisen. Leider gibt es aber so gut wie nix anderes. Wir kaufen also ein wenig Reis und komisch aussehendes Gewuerz, was sich beim Kochen als Knoblauch, der Lauch, nicht die Zehen entpuppt. Bloggen, E-Mails schreiben und Dinge erledigen, viel mehr wird am ersten Tag in UB nicht. Viel mehr kann man hier allerdings auch nicht machen.

Ulanbaatar

Gestern haben wir ein Kloster besucht und einen Trip in den Nahe gelegenen Nationalpark geplant. Abends waren wir mit zwei Muenchnern, die wir im Zug getroffen haben in Khan's Bar. Diese Bar wurde 1996 von einem deutschen eroeffnet und ist eine Mischung aus Biergarten und Top End Bar. Hier trifft sich die komplette mongolische Prominenz. Das Bier ist mit 2200T (etwa 1,50EUR) trotzdem nicht teurer als anderswo und auch kaum teurer als im Laden. Im Lonelz Planet lesen wir vom mongolischen Fuellwort "za", was wir seitdem staendig auf der Strasse hoeren und selbst in jeden Satz einbauen, za.

Parlament

Badaling Monastery

Heute haben wir dann den verschiedenen Botschaftern einen Besuch abgestattet. Hypers China-Visum sollte kein Problem darstellen, er kann es wohl am Freitag abholen. Unser Indien-Visum koennte ein paar Tage laenger dauern, der indische Botschafter hat sich beschwert, dass wir unsere eigenen Regeln machen wuerden, weil wir unser Visum nicht in Deutschland beantragt haben. Egal, angenommen hat er den Antrag trotzdem. Zwischenrein lies er mal die Worte Work sucks fallen. Sehr sympatischer Mensch... Nunja, ich muss schluss machen. Es gibt erstmal essen, Dosenmais aus Singapur mit Kartoffeln und dem Rest vom Knoblauch. Das Fleisch was es im Laden gab haben wir lieber nicht angeruehrt. Kulinarisch hoffen wir auf China...

Za!

Die Lok, die ueber das Ende der Welt fiel

Aug 26, 2008 • fly.floh • China 2008

Zug fahren auf russisch. 38 Stunden dauert die Fahrt von Irkutsk nach Ulan-Bator. Der Zug haelt in Irkutsk fuer 30 Minuten, genug Zeit zum einsteigen. Der Wagen ist, bis auf die Koreaner im Cupe direkt neben uns, komplett mit Deutschen gefuellt. Die Fahrt beginnt mit einem sehr sehenswerten Sonnenuntergang. Als es dann dunkel wird fuellen wir unsere Instant Nudeln mit Wasser aus dem Samuwar. Danach hilft nur eins gegen die lange Weile. Vodka.

[Sonnenuntergang](https://www.halbmastwurf.de/images/2010/06/2008-08-23_140834.jpg)

Am naechsten Tag hat sich die Landschaft von sibirischem Wald in Richtung Steppe entwickelt. Die Naehe zur Mongolei ist fuer den geuebten Betrachter klar erkennbar. Etwa eine Stunde spaeter halten wir dann auch in einem sehr komischen russischen Bahnhof mitten im Nirgendwo. Am Bahnhofgebaeude steht Naushki. Die russische Grenzstation. Vier Stunden sollen wir uns dort aufhalten. Genug Zeit um den Zug zu verlassen und die Umgebung des Bahnhofs zu erkunden. Viel zu sehen gibt es nicht. Ein kleiner Markt und ein paar Polizisten die gerade die AK47 auspacken. Russisches Dorf eben.

[Naushki Bahnhof](https://www.halbmastwurf.de/images/2010/06/2008-08-24_063742.jpg) [Markt](https://www.halbmastwurf.de/images/2010/06/2008-08-24_062712.jpg)

Als wir zum Zug zurueck kommen fehlt die Lok, die scheint bei umfangreichen Rangierarbeiten ueber das sicherlich sehr nahe gelegene Ende der Welt gefallen zu sein. Anders ist das ploetzliche Verschwinden nicht zu erklaeren.

[Nauski Bahnhof](https://www.halbmastwurf.de/images/2010/06/2008-08-24_072534.jpg)

Ein paar Stunden spaeter fehlt nicht nur die Lok, sondern auch die meisten der Wagons. Unserer, der uebrigens 1988 in der DDR gebaut wurde, und der chinesische davor sind allerdings noch da. Wir werden von den Zugbegleiterinnen in den Waggon gewunken und wenige Minuten spaeter darin eingeschlossen. Warten. Gefuehlte 5 Ewigkeiten spaeter bequemen sich die ersten russischen Grenzer in den Wagen. Passkontrolle, alles problemlos, nur unendlich langsam. Weitere Ewigkeiten spaeter kommt auch der Zoll. Einmal kurz das Abteil verlassen und lustloses gegen Rucksaeck klopfen. Ich glaube die haetten nichtmal mitbekommen, wenn wir Kinder geschmuggelt haetten.

[Kurzzug](https://www.halbmastwurf.de/images/2010/06/2008-08-24_083246.jpg)

Eine weitere Stunde spaeter geht die Fahrt weiter, an scharf bewachten Tuermen vorbei, bis in die Mongolei. In der Zwischenzeit besucht uns eine Hollaenderin, die die Ausreise aus Russland feiern will. Mit dem russischen Nationalgetraenk. Bei Vodka und Bier erreichen wir die mongolische Grenzstation: Sukhe Bator. Wieder verlieren wir die Lok. Bis an die Zaehne bewaffnete mongolische Soldaten sorgen dafuer, dass niemand den Waggon verlaesst. Bei Roman und mir, sickert so langsam das Bier nach unten. Das Klo im Zug ist abgeschlossen. Und nun? Wir nerven zuerst die Zugbegleiterin, dann den Soldaten. Keiner kann uns helfen. Aber irgendwann haben wir genug genervt, wir duerfen aufs Klo. Mit dem Kommentar: One Minute duerfen wir zum Bahnhofgebaeude rennen und fuer 100 Turkrit (6ct) das Klo benutzen.

[Sukhe Batar](https://www.halbmastwurf.de/images/2010/06/2008-08-24_125756.jpg)

Nach der Kontrolle heisst es Essen und mehr Bier trinken. Nach verdammt kurzer Nacht kommen wir am naechsten Morgen um 6Uhr in Ulan Bator auf dem Bahnhof an.