Waiting on the World to change

Oct 21, 2011 • fly.floh • FotosCentral America 2011

Stadt der Gringos

Oct 10, 2011 • fly.floh • Central America 2011

'It's basically a shithole, don't go there!', sagt Jake ueber San Jose. Jake ist Amerikaner, aus Denver, und wie viele Amerikaner, die ich hier treffe hat er eine sehr habwuerdigende Haltung gegenueber Lateinamerika.

Avenida Central in San Jose

San Jose ist die groesste Stadt, die ich auf meiner Reise besuche, sie ist auch die Lauteste. Und wahrscheinlich auch die Haesslichste. Am wichtigsten ist aber: Die Stadt ist voller Gringos. Nicht im klassischen Sinne. Es sind weniger Amerikaner in der Stadt, als ich erwartet haette. Die Ticos hier gehen bei McDonald's und Taco Bell essen, bei Levi's und American Eagle Klamotten kaufen und selbst der Supermarkt, Mas-x-Meno, ist nur ein Ableger von Walmart. San Jose ist so amerikanisiert, dass man kaum einen Unterschied zu den aermeren US-Staedten, wie Florida City erkennt.

Schaufenster in der Fussgaengerzone

'Watch your camera! Seriously, watch! Your camera!', ruft mir ein Amerikaner aus einem riesigen Pick-Up im Barrio Mexico zu. Ich bin etwas von der geschaeftigen Hauptstrasse weg gewandert und ein bisschen aus Versehen in das Viertel gekommen, dass Lonely Planet als 'dodgy' bezeichnet. Hier gibt es ein paar Hostels und kleine Tiedas, die in Costa Rica aber als Mini Super bezeichnet werden.

Eine etwas andere Mall

Eigentlich ist in San Jose nur der Park La Sabana sehenswert, aber selbst der ist nur ein Park in einer Grossstadt und koennte sich, wie alles hier, ueberall auf der Welt befinden.

Trotzdem bin ich etwas traurig, als ich die Rampe des Flughafens hoch laufe, es gaebe noch so viel zu sehen in Costa Rica. Und Panama soll auch schoen sein...

Landeanflug auf Miami

Iguanas, Affen und ein letztes Bad

Oct 5, 2011 • fly.floh • Central America 2011

Als ich auf dem Zeltplatz ankomme bin ich bereits voellig durchnaesst. In der Regenzeit wandern zu gehen war nur eine bedingt gute Idee. Ich fuehle mich ein wenig an Vietnam vor einem Jahr erinnert, mit dem Unterschied, dass ich diesmal im Zelt schlafen werde. Immerhin habe ich unterwegs schonmal zwei Rehe gesehen und wegen der Tiere bin ich schliesslich hier.

Helen und Paul bieten mir auf dem Zeltplatz erstmal einen Tee an. Die beiden sind aus England und seit 18 Monaten mit ihrem Land Rover unterwegs. Neben dem Tee baue ich, da es gerade mal nicht regnet, mein Zelt auf. Den Rest des Abends unterhalten wir uns ueber ihre Abenteuer, meine Erlebnisse und den Rest der Welt.

Mein Zelt, an der einzigen Stelle, die nicht ueberflutet war

Nach dem Fruehstueck verabschiede ich mich von den Beiden und mache mich auf den Weg zum 12km entfernten Strand. Als der Weg noch eine Strasse ist treffe ich den ersten Iguana. Ein wenig scheu rennt er zuerst vor mir weg, laesst sich dann aber doch fotografieren. Stolz reckt er dabei den kleinen Kopf in die Hoehe.

Iguana

Die Strasse wird immer schlechter und schlammiger. Ein Zeichen der Regenzeit. Diverse Fluesse ziehen sich ueber die Strasse, einer ist fast Knietief. Im Schlamm finden sich immer wieder Spuren diverser Tiere und ueber mir heulen die Howler-Monkeys. Ein paar Spider Mokeys begleiten mich eine Weile.

Grosse Katze? Oder doch nur Coyote?

Nach fast zweieinhalb Stunden lichtet sich der Wald und die ersten Krabben bevoelkern die Strasse. In der Ferne ist das Meer zu hoeren, und nur 10 Minuten spaeter stehe ich an einem einsamen Traumstrand. Playa Naranjo. Es ist warm und ich habe meine Badesachen nicht eingepackt. Als ob mich das je vom Baden abgehalten haette... Im heissen Sand verbrenne ich mir noch eine Runde die Fuesse und schon erreiche ich - zum letzten Mal fuer diesen Urlab - den Pazifik.

Playa Naranjo bei Ebbe

Auf dem Rueckweg mache ich an der Nahe gelegenen Ranger Station eine kurze Pause. Der Ranger sieht mich und wir unterhalten uns fuer ein paar Minuten. Wenn die Leute langsam sprechen ist mein Spanisch gar nicht so schlecht. Zumindest verstehe ich, dass er mir etwas zeigen will. Ich folge ihm in die Kueche und er zeigt auf das Funkgeraet. Okay, mein Spanisch ist doch grottig, ich habe keine Ahnung was er von mir will. Bis ich die Schlange hinter dem Funkgeraet entdecke. Er sagt, sie sei seit zwei Tagen da. Sie verdaut, haette vorher etwas grosses gegessen.

Eine Boa, hinter dem Funkgeraet

Ich mache mich auf den Rueckweg. Etwa bei der Haelfte faengt der Regen wieder an. White-faced Mokeys und Howler Monkeys begleiten mich. Ein Reh und ein paar Voegel lassen sich blicken. Der Zeltplatz ist leer, als ich dort ankomme. Niemand ist so verrueckt, in der Regenzeit hier zu zelten.

Catchin' the Waves

Oct 2, 2011 • fly.floh • Central America 2011

San Juan del Sur ist eine Surfstadt. Ueberall gibt es Surfshops, Surfschulen und Surfer. Wer nicht zum surfen hier ist, ist zum Baden hier. Teure Shuttles fahren die Touris an die nahe gelegenen Straende. Eigentlich eine Stadt, die ich meiden wuerde. Einen Strand muss man dann in Nicaragua doch mal mitnehmen und ausserdem will ich doch mal eine Runde surfen.

 

Sonnenuntergang in San Juan del Sur

Gesagt, getan melde ich mich fuer eine Surfing Lesson an, huepfe mit dem Board auf den Pickup und los geht's zum Strand. Das Wetter und die Wellen sind perfekt, nur ein Problem gibt's: Kein Surflehrer am Strand. Der eigentliche Lehrer ist krank, und da ich der Einzige bin, wollen sie keinen Anderen schicken. Sie schicken aber dann doch noch jemanden, es soll auch nur eine Stunde dauern. So ist das eben in Central America.

Raul erklaert mir zuerst am Strand die Basics und wir machen eine Weile Trockenuebungen. Danach geht es ab in's Wasser. Raul gibt mir Zeichen, jetzt das Board drehen und drauf legen. Die Zehen sind im Wasser. Jetzt schwimmen, die Arme immer abwechselnd durch's Wasser ziehen. Die Welle kommt; 3-4 Sekunden warten, dann aufstehen. Zuerst den linken Fuss anwinkeln, dann darauf aufstehen und den rechten Fuss in die Mitte des Boards setzen. Leicht in der Hocke stehen und das Gewicht leicht nach vorne gelagert. Klingt nicht so schwer.

Die erste Welle kommt, ich paddle, die Welle traegt mich, das Board ist schnell. Ich warte zu lange mit dem Aufstehen. 3-4 Sekunden, nicht 10. Bei der zweiten Welle stehe ich zu frueh auf. 3-4 Sekunden nicht eine. Und das Gewicht mehr nach vorne. Die dritte Welle kommt. Ich paddle, das Board wird schnell, ich zaehle bis 3. Jetzt aufstehen, wacklige Angelegenheit. Ich stehe, yeah, ist das cool.

Concepcion

Oct 1, 2011 • fly.floh • Central America 2011

Es ist 4 Uhr morgens und mein Wecker klingelt. Wer hatte die bloede Idee, diesen Vulkan zu besteigen? Ich quaele mich aus dem Bett und zur Bar des Hostels. Es gibt Sandwiches zum Fruehstueck. Um 5 steigen wir in den Bus zum Trailhead. Der Bus hat Verspaetung und bis wir los laufen ist es halb 6. Sandfliegen fressen uns quasi auf, die Howler Monkeys sind auch schon auf den Beinen.

Ein verschuetteter Seiba-Tree

Wir stoppen immer wieder um Pflanzen und Tiere anzuschauen und so dauert der Aufstieg durch den Urwald etwa 5 Stunden. Dann lichtet sich der Wald und wir kommen in etwa 1000m Hoehe am Lookout an - endlich. Von hier sind es nur noch 600 Hoehenmeter ueber Vulkangestein und Geroell bis zum Gipfel.

Pause am Lookout

Der Wanderweg wird zunehmend steiler, aus den Loechern im Boden steigen Schwefeldaempfe, die alle moeglichen Insekten anziehen und hin und wieder verdecken Wolken die Aussicht. Schritt fuer Schritt kaempfen wir uns nach oben, ausser unseren Schuhen auf dem Stein und dem eigenem Atem gibt es kein Geraeusch. Der Wind bringt mehr Schwefelgeruch. Concepcion ist zwar ewig nicht ausgebrochen, trotzdem gilt er als aktiv.

Steine, Wolken und Schwefel

Als wir den Gipfel endlich erreichen ist es halb 12. Die Aussicht ist genial, man sieht bis zum Mombacho der bei Granada steht. Leider sind am Gipfel so viele Insekten, dass wir nur schnell ein paar Fotos machen und dann schon den Abstieg antreten.

Ueber den Wolken

Wir gehen den gleichen Weg zurueck. Der Abstieg ist zwar weniger anstrengend, aber es dauert trotzdem fast genauso lang. Vorsicht ist auf den steilen Steinen geboten. Kurz oberhalb des Lookouts kommen uns ein paar Amis entgegen. Wir unterhalten uns eine Weile. Sie wollen noch zum Gipfel.

Geschafft!

Wieder am Lookout machen wir eine weitere Pause. Ein Bier waere jetzt toll, dummerweise habe ich keins mit. Naja, ich freue mich einfach auf Moyogalpa und einen grossen Bananen-Milk-Shake. Und danach Bier. Genauso kommt es dann auch. Mit Matthieu mache ich mich zum Ausklang des Tages auch ueber die Nica Libre fuer 15 Cordoba her. Viva la revolucion!

Ein letzter Blick zuueck

Isla de Ometepe

Sep 30, 2011 • fly.floh • Central America 2011

Die Nachbarschaft ist etwas komisch, aber das Hostel auf der Isla de Ometepe ist die Art Hostel, in der man es eine Weile aushaelt. Eine bunte, luftige Bar mit bezahlbarem Bier, freundliche Leute und Haengematten im Hinterhof. Ein paar Tiere, die aussehen als waeren sie zu klein geratene Rehe laufen im Hinterhof, zwischen vier Affen, auch rum. Die Umweltbehoerde hat sie her gebracht, das Hostel hat ein kleines Sanctuary.

Ein white-faced monkey im Hostel

Einer der Volunteers, der Herr Professor, erzaehlt mir von seiner Zeit in Deutschland. Er hat in den 80ern ein paar Jahre gegen die Mauer protestiert, er sagt er stand jedes Jahr am selben Fleck und wurde jedes Jahr vom selben Polizisten verhaftet. Als die Mauer dann fiel, war er zufaellig gerade in Berlin und trifft den Polizisten, der ihn spontan zu sich einlaedt. Waldrettungsprojekte im Schwarzwald sind die naechsten Geschichten, ich merke nicht, dass es draussen dunkel wird.

Sonnenuntergang in Moyogalpa

In einem kurzen Gespraech mit dem Koch / Guide des Hostels wird mir klar, dass es keine gute Idee ist den Vulkan allein zu besteigen. Die Wege sind schlecht markiert und in schlechtem Zustand. Leider gibt es derzeit auch keine Gruppen, es ist low season und es ist keine Sau hier.

Volcan Concepcion

Ich entscheide mich also fuer den naechsten Tag ein Fahrrad auszuleihen und fahre um den Vulkan herum, statt auf ihn drauf zu gehen. Anfangs ist die Strasse gerade mal ein besserer Feldweg, ich ueberhole einheimische Radfahrer und diverse Bauern die Rinder durch die Gegend treiben. Grimmige Maenner, allesamt mit Macheten, kommen mir entgegen und gruessen freundlich, waehrend ich mich den Anstieg hoch kaempfe. Mit zwei Ochsen pfluegt ein Bauer die Strasse. Ein Nica kommt mir entgegen, auch er treibt zwei Rinder ueber die Strasse. Die Zuegel seines Pferdes in der einen Hand, seinen MP3-Player haelt er in der Anderen. Laessig baumelt seine Machete von seiner Huefte. 'Hola!', begruessen wir uns grinsend.

Auf der Strasse um die Insel

Gegen Ende der etwa 30km langen Runde um die Insel mache ich eine Pause am Strand. Drei Bananen zum Mittag und eine Runde im Lago de Nicaragua schwimmen. Die Pause ist kuerzer als geplant, der Strand zieht Unmengen von Muecken an. So fluechte ich am fruehen Nachmittag zurueck in das Hostel mit den bunten Tischen und den bequemen Haengematten.

Als ich zurueck komme sitzen Matthieu und Djiro bei einem Bier im Garten.  Djiro hatte ich bereits in Leon kennen gelernt. Die beiden sagen, sie wollen am naechsten Tag auf den Concepcion, den 1600m hohen Vulkan der Insel. Meine Zeit auf der Insel wurde gerade um einen Tag velaengert.

Masaya und die Laguna de Apoyo

Sep 27, 2011 • fly.floh • Central America 2011

Der Traveller Alltag kehrt langsam ein. Heute gab es keine Abenteuer, nur ein Besuch in Masaya auf dem Mercado de Artisans und ein Hitch-hike zur Laguna de Apoyo. Per Anhalter durch ein Land zu fahren gehoert schliesslich zu jedem guten Backpacker Urlaub dazu. Auch wenn's nur eine kurze Strecke ist.

Mercado Municipal de Masaya

Masaya ist keine schoene Stadt. Der Markt der Kuenstler ist aber recht nett. Hier gibt es neben Holzfiguren und Masken eine ganze Menge Haengematten zu kaufen. Fuer den Raucher mit komischem Geschmack gibt es ausgestopfte Krokodile die einen Aschenbecher in der Hand halten.

Der Bus nach La Laguna

Vom matschigen Busbahnhof aus starten wir, eine Shopping-Tour spaeter, in Richtung der Laguana de Apoyo. Der Bus faehrt allerdings nur bis zum Eingang des Parks. Die Strasse zur Laguna ist sehr unsicher, angeblich werden hier regelmaessig Leute ausgeraubt. Laufen faellt daher aus und wir versuchen ein paar Autos anzuhalten. Es dauert aber nur fuenf Minuten bis uns jemand mit nach unten nimmt.

La Laguna de Apoyo

Trotz des leichten Regens ist die Lagune super. Das Wasser ist angenehm warm und klar. Es ist zwar nicht so strahlend blau, wie bei Sonnenschein, aber mit ein wenig Phantasie kann man sich das auch in der Regenzeit ausmalen.

La Laguna de Apoyo

Auf dem Pfad des Puma

Sep 26, 2011 • fly.floh • Central America 2011

Am Rande des Lago de Nicaragua, etwa 1300m hoch, wacht der Vulkan Mombacho ueber die Stadt Granada. Granada ist mit seinen etwa 100.000 Einwohnern eine der groesseren Staedte Nicaraguas. Wegen der Lage direkt am See und des guten Klimas ist Granada auch unter Touristen beliebt.

Mit dem Chicken Bus fahre ich etwa eine halbe Stunde aus der Stadt zum Fusse des Mombacho. Dort erwartet mich eine grosse Menschenmenge, die Meisten tragen die weissen T-Shirts der FSLN. Es ist eine Wahlkampfveranstaltung, el Presidente, Daniel Ortega, persoenlich wird sprechen. Ich denke mir nichts weiter und mache mich auf die 6,5km zur Forschungsstation zu erklimmen.

Die Strasse zur Forschungsstation auf dem Mombacho

Die Strasse ist steil und ich brauche fast 2 Stunden und viele Pausen bis ich endlich oben bin. Oben habe ich die Wahl zwischen dem Krater Pfad und dem Pfad des Pumas. 'Do not enter Puma trail without a guide.' Steht in grossen, gelben Lettern am Eingang des Puma Trail.

Der Eingang zum Pfad des Puma

Ich mache eine Pause, geniesse die Aussicht und esse eine Banane. Es ist erst um 12 und ich habe nicht viel zu tun. Den Spaziergang um den Krater habe ich schon gemacht, aber es gibt noch einen zweiten Krater, mit Kratersee. Den wollte ich eigentlich schon sehen, aber das ist nur vom Puma Trail aus moeglich. Der Guide soll 10$ kosten.

Ich binde mir also die Schuhe zu. Nur damit ihr das Ausmass versteht nochmal: Ich habe meine Schuhe ordentlich zu gemacht.. ;) Dann laufe ich los. Der Puma Trail soll 4km lang sein, und 4 Stunden dauern. Der Weg ist gut markiert und manchmal etwas glitschig. Alles in allem kein Problem, wofuer man da einen Guide brauchen soll, weiss ich bis heute nicht. Immerhin war die Aussicht ziemlich gut.

Aussicht vom Puma Trail

Nachdem ich den Puma Trail ueberlebt habe mache ich mich zwei Stunden spaeter auf den Rueckweg. Die steile Strasse abzusteigen ist anstrengender als der gefaehrliche Puma Trail. Unten angekommen ist die Rede des Praesidenten gerade vorbei und ich finde mich mitten in einer Menge begeisterter Nicaraguaner wieder. Die komplette Strasse ist voller Menschen, ein Bus wird hier wohl eher nicht fahren. Ich kaufe also an einem der zahlreichen Staende ein Toña und laufe in Richtung Granada, weiter als 10 Kilometer kann es unmoeglich sein.

Stau Richtung Granada

'Hey, my friend.' Jemand gibt mir die Hand. Der eine oder andere Einheimische hat sich offensichtlich gut vom Rum ernaehrt, waehrend der Presidente gesprochen hat. Mit Andy unterhalte ich mich eine Weile und irgendwann faehrt vor uns sogar ein Bus ab. Wir rennen los und huepfen durch den Notausgang hinten rein. Der Bus nimmt uns bis Granada mit. In Granada ist es ruhig und ich goenne meinen Beinen ein wenig Pause bevor ich mich Abends mit Charlotte, Anne und Mady bei Toña Literflaschen und Tostadas staerke.

Spaeter besuchen wir eine Kunstaustellung eines lokalen Kuenstlers und danach eine Bar. Bei Nica Libre und Flor de Caña auf Eis wurde der Abend dann etwas laenger als geplant.

Nica Libre

Sep 24, 2011 • fly.floh • Central America 2011

Es braucht nur ein Stichwort um uns die Sicherheit und den Komfort des internationalen Busses verlassen zu lassen: Leon. Der Bus haelt, wir verlassen die spanische Version von Indiana Jones auf dem Fernseher und die komfortablen Sessel und vorallem: Das Dach ueber unseren Koepfen und springen hinaus in den stroemenden Regen.

Der Express-Bus von San Pedro Sula braucht 14 Stunden bis er in Leon ankommt. Uns trennen nun 600km und die Grenze zwischen Honduras und Nicaragua von unserem Abfahrtsort.

Ich schnappe meinen Rucksack und betrete die Tankstelle. Suchend blicke ich mich um, bis ich versteckt in der Ecke einen Geldautomaten finde. Endlich wieder ein paar Scheine im Portemonaie. Ich hatte an der Grenze schon 4 Lempiras zu wenig um die Departure Tax fuer Honduras zu bezahlen.

Geld holen und wieder raus, bloss nicht in Versuchung geraten etwas zu kaufen. Ich muss ein bisschen auf mein Budget achten. Das schnelle Reisen in Gutatemala und Honduras macht sich auf meinem Konto sehr deutlich bemerkbar. Trotzdem teile ich mir mit den anderen ein Taxi zum Hostel. Der erste Taxifahrer will 40 Cordobas, das Doppelte des normalen Preises. Wir fragen einen Anderen. 20 Cordobas. In Ordnung. Sein Taxi ist ein klappriges, altes, amerikanisches Auto.  Hin und wieder brausen wir durch Pfuetzen so tief, dass man Angst hat, dass das Auto sich mit Wasser fuellt.

Im Hostel begruesst mich Raul, er stammt aus Nicaragua, traegt Rastas und ein spanisches Fussball-Trikot. Dreimal duerft ihr raten von welchem Spieler. Raul ist ein freundlicher, lockerer Typ. Er erzaehlt, dass gerade der Blitz in's Hostel eingeschlagen hat, der Fernseher und der Router seien dabei drauf gegangen.

Strassenbild in Leon

Am naechsten Tag erkunde ich Leon, die alte Hauptstadt Nicaraguas. Der Markt steht als erstes auf dem Plan. Ueberall gibt es Bananen. Willkommenes Fruehstueck. Fuer das Abendessen kaufe ich Avocados, Tomaten, eine Zwiebel, eine Limette und etwas Chilli. Dazu Tortillas. Vom Markt geht es zum Platz vor der Kathedrale und dann ziellos durch die Seitenstrassen. Ueberall stehen Kirchen, teils prachtvoll, teils verfallen.

Chicken Busses am Markt von Leon

Des herumlaufens muede besuche ich das Museum der Mythen und Legenden. Hier werden einige Figuren traditioneller Mythen und Legenden ausgestellt, viel interessanter ist aber die Geschichte des Hauses indem sich das Museum befindet. Es heisst "El 21". Bennant nach dem Baujahr, 1921. Das Gebaeude war ein Gefaengniss, zunaechst fuer schwere Straftaeter und psychisch Kranke, spaeter vorallem fuer politische Gefangene. Hier wurde viel und grauenvoll gefoltert, bis das Gefaengniss 1979 von den Sandistas befreit wurde.

Wandmalereien beschreiben heute Greueltaten und Leben im 21

Am Nachmittag statte ich der Kathedrale einen weiteren Besuch ab. Bei meinem ersten Besuch am Morgen war sie geschlossen und ein ganzer Haufen wichtiger Leute stand davor. Es sah ein bisschen aus, wie Wahlkampfauftakt, denn danach wurden ueberall in der Stadt Plakate verschiedener Politiker angekleistert und Laternenmasten wurden in der Farben der Sandistas, schwarz und rot, gestrichen.

Leons Kathedrale

Die Kathedrale ist einfach gehalten. Als sie im 16. Jahrhundert erbaut wurde, hatten die einheimischen Bauherren Angst, die Spanier wuerden einen Bau untersagen, sollte die Kathedrale zu prachtvoll sein.

Another Day in Paradise

Sep 21, 2011 • fly.floh • Central America 2011

Aus den Lautsprechern im Bus plaerrt Phil Collins. Another Day in Paradise. In der Reihe neben mir hat gerade ein kleines Maedchen, von vielleicht 5 Jahren, den Sitz davor angekotzt. Meine Sachen - auf dem Dach des Busses - werden nass, vom stroemenden Regen. Der Bus ist knallgelb, ein alter, ausgemusterter, amerikanischer Schulbus. Die Sitze sind unbequem und ich befinde mich auf dem Vorderrad. Alles ist klapprig und alt, aber vorne im Bus befindet sich ein 22" Fernseher, brandneu, dazu ein DVD-Player mit Touch-Screen fuer den Fahrer. Der Ticketverkaeufer, ein Teenager, vielleicht 15, bruellt in jedem Dorf: 'Sula, Sula, Sula!' Auf dem Weg von Copan Ruinas nach San Pedro Sula verliebe mich gerade ein wenig in diese Laender, diese Kultur, die Leute hier.

Das Oertchen Copan Ruinas

Heute morgen habe ich mir noch Copan Ruinas angeschaut. Maya Ruinen in der gleichnamigen Stadt, nur 10km von der Grenze zwischen Guatemala und Honduras entfernt. Sie sind etwas kleiner, als die in Tikal; aber aelter und trotzdem interessant. Etwa 400 nach Christus haben sich die ersten Maya in Copan nieder gelassen. Im Lauf der Zeit wurde es der Sitz einer ganzen Dynastie, bis Copan etwa 400 Jahre spaeter, aus bisher unerklaerlichen Ursachen verlassen wurde.

Las Ruinas - die Maya Tempel in Copan

Heute liegt Copan, wie die meisten Tempel der Maya, mitten im Jungel. Die Regierung versucht gerade Aras anzusiedeln und ein paar der bunten Voegel fliegen in Copan auch rum. Ansonsten gibt es massig Spinnen und viele Baeume.

Nach mehr als 1000 Jahren fordert der Jungel seinen Tribut

Die Fahrt von Copan Ruinas nach San Pedro Sula dauert etwa 4, eher 5 Stunden. San Pedro Sula ist keine schoene Stadt. Es ist gross, laut und voller amerikanischer Fast Food Ketten. Das einzige Hostel hier ist wahrscheinlich das Teuerste in ganz Lateinamerika; immerhin ist es freundlich, hat eine Kueche, Wi-Fi und kuehles Bier. Kaum jemand bleibt hier laenger als eine Nacht. Sula hat eine gewisse Aehnlichkeit mit den alten Posthoefen in Europa, man uebernachtet hier nur, weil man es nicht innerhalb von einem Tag an sein Ziel schafft. Fuer mich heisst das Ziel Managua, die Hauptstadt von Nicaragua, fuer den Belgier in Bett 8 geht es nach Hause und der Amerikaner in Bett 4 starrt manisch abwechselnd auf den Fernseher und sein iPhone. Hin und wieder kichert er. Ich breite meine Sachen zum trocknen aus und kaufe ein Bier, das Taxi zum Busbahnhof kommt morgen frueh um 4 Uhr.

Ein Ara Macao im Jungel von Copan

Caribbean Vibes

Sep 20, 2011 • fly.floh • Central America 2011

Ein Boot bringt mich von Rio Dulce nach Livingston. Die Fahrt dauert etwa 1,5 Stunden und Boote sind der einzige Weg nach Livingston zu kommen. Wegen der Naehe zur Karibik und der fehlenden Strassenverbindung in den Ort, ist Livingston karibisch gepraegt und nicht wirklich lateinamerikanisch. Viele der Einwohner sind Garifuna, Nachfahren schiffbruechiger Sklaven aus Westafrika.

Mit dem Boot nach Livingston

In Livingston angekommen werden Anne, Katrin und ich erstmal von Touts ueberrannt, etwa 10 Leute gleichzeitig wollen uns zu einem Hostel fuehren. Wir wissen zwar schon wo wir hin wollen, werden Einen aber nicht wirklich los. So fuehrt er uns zum Hostel und bietet mir auf dem Weg jede Menge Drogen an; guenstig und gute Qualitaet sagt er. Ich lehne ab und philosophiere eine Weile mit Katrin darueber, warum eigentlich immer nur Maenner in fremden Laendern Drogen angeboten bekommen.

Es ist heiss in Livingston. Zur Abkuehlung beschliessen wir bei den Sietes Altares baden zu gehen. Die Sietes Altares sind ein System aus Wasserfaellen und Pools. Der Fluss ist deutlich kuehler als das Meer und der Weg dorthin geht am Strand entlang.

Diese Vertrauen erweckende Bruecke ist der Start des Weges zu den Sietes Altares

Wir fahren also mit einem alten, kaputten Taxi, zur Bruecke ueber den Fluss und laufen los. Immer am Strand entlang, an Hotels vorbei, ueber Sand und durch das Wasser und ganz oft auch durch angespuelten Muell. Sandalen, Flaschen und Unmengen an Styropor werden hier angeschwemmt. Da niemand den Muell wegraeumt sieht es in Livingston am Strand nicht sehr einladend aus.

Karibischer Palmenstrand

Palmen saeumen den Strand und nach einer halben Stunde kommen wir an unserem Ziel an. Das Wasser ist kuehl und erfrischend, genau das Richtige in dieser Hitze.

Las Sietes Altares

Wir geniessen das Wasser fuer eine Weile, bevor wir uns auf den Rueckweg nach Livingston machen. Anne und Katrin wollen am naechsten Tag weiter nach Belize und die Faehre faehrt, bevor die Grenzstation in Livingston aufmacht. Sie muessen sich also vorher den Stempel holen, der 80 Quetzales kostet und einen Tag vor datiert ist.  Ausserdem hatte Livingston einen ganzen Tag keinen Strom und der Geldautomat ging nicht. Ich brauche aber dringend noch ein paar Quetzales, damit ich am naechsten Tag nach El Florido fahren kann. Der Grenzstation nach Honduras. Mein Ziel sind die Copan Ruinas.

Extra fuer Markus gibt's jetzt noch ein Bild. Stell dir einfach vor ich waer nackt... :-P

Das Zugabebild fuer Markus

Tikal

Sep 19, 2011 • fly.floh • Central America 2011

Nach einer kurzen Nacht steige ich um 6 Uhr morgens in das Shuttle von Lanquin nach Flores. Die Aussicht auf der Strasse nach oben ist atemberaubend, doch durch die dreckigen Scheiben des Shuttles laesst es sich nicht wirklich gut fotografieren. Ein paar Stunden Schlaf und ueberraschend gute Strassen spaeter kommen wir in Flores an, wo ich den Benzintank der Kochers fuelle, etwas Geld hole und in das Shuttle nach Tikal springe.

Die Strasse von Lanquin nach Flores

Abends finde ich einen Zeltplatz direkt neben den Eingang zu den Ruinen der Maya. Das mit dem Essen muss allerdings noch eine Weile warten. Der Kocher ist verstopft. Ich versuche ihn zu putzen, was fuer etwa eine halbe Minute funktioniert, danach ist der Kocher wieder verstopft. Nach etwa einer halben Stunde gebe ich auf und ueberlege, was nun.

Auf dem Zeltplatz sind ausser mir noch zwei Deutsche, die mir ein paar Tortillas und etwas Guacamole abgeben. Danach gehen wir alle gegen um 8 in's Bett. Am naechsten Tag soll es um 4 Uhr los gehen. Damit sind wir die Ersten in den Ruinen und haben die Chance den Sonnenaufgang von Temple IV aus zu beobachten.

Das Aufstehen zu einer Zeit zu der ich sonst manchmal in's Bett gehe faellt mir erstaunlich leicht. Bei klarem Sternenhimmel laufen wir unter dem Licht des Halbmondes los. Das Wetter haelt nicht lange, und schon bald fuehlt sich der Regen an, wie der Wasserfall in den Can Ba Hoehlen. Doch gegen halb 6 ist klar: Die Strapatzen haben sich gelohnt.

Sonnenaufgang auf Temple IV

Nach dem Sonnenaufgang gibt es erstmal ein wenig Fruehstueck. Bananen, irgendwo in Peten geerntet und mit dem Geschmack einer Banane. Nicht so wie in Deutschland, wo Bananen meist eher nach Pappe schmecken, als nach Banane.

Nach dem Fruehstueck besichtigen wir noch ein paar Tempel im Jungel von Tikal. Tikal ist die erste Staette, die sowohl Weltkulturerbe, als auch Weltnaturerbe ist. Etwa 100000 Menschen haben hier zwischen 350 und 700 n.Chr. gelebt. Danach hat sich das Klima veraendert, die Menschen gingen und der Jungel kam. Viele der Ruinen sind unter Erde und Baeumen begraben.

Jaguar Temple Tikal

Gegen Mittag fahre ich dann zurueck nach Flores, wo ich mit etwas Stress noch einen Bus nach Rio Dulce erwische. Von Rio Dulce gibt es dann Boote, in den abgelegenen Ort Livingston.

Ein halb zugewachsener Tempel

Independence Day

Sep 18, 2011 • fly.floh • Central America 2011

Es sind nur 250km von Antigua bis Lanquin. Die Fahrt dauert trotzdem 9 Stunden. Das Touristen Shuttle holt mich 8 Uhr ab. Guatemalan Time. Das heisst bis das Shuttle da ist, ist es etwa 10 vor 9.
Am naechsten Tag mache ich mit Chloe, Matt und Sarah eine Tour in Selmuc Champey. Es ist Independence Day, der 15. September, Nationalfeiertag in Guatemala. Unser Pickup ist zu spaet, weil er von der Parade aufgehalten wird. Wir huepfen auf die Ladeflaeche und fahren los. Allerdings kommen wir nicht besonders weit. Die Fahrt vom Hostel zum Nationalpark wird fuer etwa eine Stunde von der grossen Parade im Dorf unterbrochen. Und fuer die Groesse des Dorfes ist die Parade wirklich gross.

Independence Day in Lanquin

In Selmuc Champey angekommen schwimmen wir zuerst etwa 500m in die Kan Ba Caves. Sarah und ich haben Stirnlampen, fuer Chloe und Matt gibt es Kerzen. Die aber spaetestens bei dem Wasserfall in der Hoehle den Geist aufgeben. Auch wenn es irgendwan kalt wird, weil wir staendig auf eine Gruppe Israelis warten muessen, macht es eine Menge Spass durch die dunkle Hoehle zu schwimmen und zu kraxeln.

Selmuc Chempey von oben

In Autoreifen geht es dann ein Stueck Flussabwaerts, bevor wir zum Aussichtspunkt hoch laufen. Chloe und ich trinken ein Brahva, brasilianisches Bier, gebraut in Guatemala, und sind prompt als Erste oben. Und auch wieder unten. Es wird Zeit fuer eine Runde Erfrischung und so springen wir in die angenehm kuehlen Pools von Selmuc Champey, bevor es am spaeten Nachmittag zurueck in's Hostel geht. Weil es nun zu regnen beginnt fahre ich nicht auf der Ladeflaeche sondern auf der Rueckbank des Pickups, sehr viel bequemer als die Hinfahrt. :-D

Die gemuetlichen und erfrischenden Pools von Selmuc Champey

Matt und ich machen abends noch ausgiebig von der Happy Hour an der Bar gebrauch, bevor es am naechsten Morgen um 6 weiter nach Tikal geht.

Der Wasserfall unterhalb der Pools

Welcome to Guatemala

Sep 14, 2011 • fly.floh • Central America 2011

Der Flug von Miami nach Guatemala City dauert nicht ganz doppelt so lange wie die Fahrt von Guatemala City nach Antigua. Die Entfernung ist wahrscheinlich mehr als 10x so gross.

Antigua ist eine nette Kleinstadt in den Bergen und war mal die Hauptstadt dieses Landes. Heute wimmelt es vor Auslaendern wie mir. Reisende, Touristen, NGO Volunteers und Leute, die einfach nur Spanisch lernen.

Neben einer Menge Bars gibt es viele, viele, verfallene Kirchen, einen netten Park in der Mitte der Stadt und streunende Hunde.

Der Brunnen im Parc Central

Vormittags wandere ich etwas ziellos durch die Stadt, schaue mich auf den Strassen um und betrachte die zahllosen verfallenen Kirchen. Am Nachmittag gehe ich mit Ben zum Cerro della Cruz, wo man einen herrlichen Blick auf die Stadt und die umgebenden Vulkane hat.

Verfallene Kirchen ueberall

Als wir oben stehen, uns ueber die Stadt und Guatemala unterhalten und den Ausblick geniessen beginnt es zu regnen. Deswegen verziehen wir uns schnell in ein Cafe.

Blick vom Cerro della Cruz auf Antigua

Tretto Cafe verkauft Fair gehandelten Kaffee aus Guatemala. Sehr lecker. Also, falls ihr mal hier seit, stattet Frosty einen Besuch ab und probiert den Kaffee.

Tretto Cafe

 

Im Land der eingesperrten Angsthasen

Sep 14, 2011 • fly.floh • Central America 2011

"The form just says you might die today, nothing special. And the date today is 9/11, so we're all gonna die anyways. Special day for this country." Ich war gerade dabei mir ein Fahrrad auszuleihen um zum Stand zu fahren und die Gegend zu erkunden. Ich konnte ja nicht den ganzen Tag im Hostel rum sitzen und Kaffee in mich rein kippen. Und sie hatten ja Recht, wenn ich irgendso ein betrunkener Idiot mit seinem 5 Tonnen schweren Pickup ueberfahren wuerde, koennte ich das Hostel wohl noch aus dem Grab verklagen. Bei Saetzen wie diesen merke ich, dass ich in den letzten Tagen etwa 300 Seiten Hunter S. Thompson gelesen habe. Herr Thompson haette in dem Satz allerdings noch irgendeine Referenz an diverse Drogen verpackt.

Ein TSA Officer zeigt auf den Nacktscanner. Ohne Schuhe stehe ich vor der Hoellenmaschine und war bis eben froh, dass ich die Hose anbehalten durfte. Damit ist nun Schluss, zumindest gefuehlt. Ich trete ein und posiere wie ein besoffener Krimineller, Beine breit und Haende ueber dem Kopf. Die Prozedur dauert etwa 10 Sekunden und ich trete auf der anderen Seite hinaus.

Steve bedeutet mir vor ihm zu warten. Rauschen kommt aus seinem Walkie-Talkie. "Anything in your back pocket?" Er nuschelt so stark, dass er auch "butt pocket" gesagt haben koennte. Ich verneine und er faengt an mir am Arsch rum zu fummeln. Er findet nichts und ich darf gehen. Die naechste TSA Angestellte faehrt mit irgendetwas ueber meine Haende und steckt das Teil in eine komische Maschine. Sie findet nichts. Ich darf mich wieder anziehen und gehen. Meine Wut auf die TSA ist gerade so stark, dass ich tatsaechlich zu McDonald's gehe und einen mit Glueckshormonen vollgepumpten Cheeseburger bestelle. Wahrscheinlich der schlechteste Burger, den ich je gegessen habe.

Standing on the Shore

Sep 11, 2011 • fly.floh • Central America 2011

Die Luft im Finger ist feucht und warm. Zwei freundliche US Border Patrol Officer schauen die aussteigenden Passagiere unfreundlich an. Daneben steht ganz gemuetlich der Drogenschnueffelhund. Verschlafen gehe ich an all dem vorbei und berete das Terminal. Es riecht nach Fast Food und die Klimaanlage ist auf Kuehlschranktemperatur eingestellt. Ich bin im Land of the Brave, Home of the Free gelandet.

Der Bus quaelt sich 90 Minuten lang ueber den Highway, bevor ich im Hostel eintreffe. Mit drei Oesterreichern, einem Franzosen und der Betreuerin des Hostels aus Kansas sitze ich nun draussen im Garten und trinke duennes Bier und versuche den Muecken auszuweichen. Der Chef bringt grade Feuerholz, ich bin dann mal mit dem Feuer spielen...

Boys of Summer

Sep 8, 2011 • fly.floh • Fotos

Nacht

Jul 9, 2011 • fly.floh • Fotos

Landing in London

Jun 10, 2011 • fly.floh • Fotos

You'll never walk alone

Jan 29, 2011 • fly.floh • Vietnam 2010

Es war ein langer Tag. Am morgen war ich noch mit Jon unterwegs. Doch dann sind wir jeder unseres Weges gezogen. Jon wollte in Richtung Hong Kong und dann weiter nach Norden und irgendwann nach Japan. Mich zog es nach Guizhou, in Chinas Hinterland. Am Busbahnhof hatte ich eine Fahrkarte nach Diping gekauft, zumindest glaubte ich das. Sicher war ich mir erst, als der Busfahrer irgendwann anhielt, mich anschaute und sagte: "Diping!" Ich war an meinem naechsten Ziel angekommen. Ich wusste nur nicht wo.

Ein wenig nervoes war ich schon, als ich mit all meinen Sachen in diesem Dorf aus dem Bus stieg und keine Ahnung hatte, ob ich hier wieder weg kommen wuerde. Meine einzige Hoffnung, war die Language-Sektion meines Reisefuehrers und die 2,5 Worte Mandarin, die ich mir inzwischen gemerkt hatte. Darunter "qiche", das Wort fuer Bus.

Egal, ich war nun einmal hier. Also raus aus dem Bus und die Gegend erkunden. Ich lief also die Hauptstrasse runter und bog irgendwo ziellos ab und wanderte durch das Dorf. Eine Seitenstrasse brachte mich zur Wind and Rain Bridge und zu Reisfeldern. Drei Kids freuten sich tierisch mich zu sehen und wollten unbedingt, dass ich ein Foto von ihnen mache. Sie posierten und machten das Peace-Zeichen; wie Chinesen das auf Fotos fast immer tun. Kaum hatte ich das Foto gemacht rannten sie weg.

Fuer mich wurde es Zeit nach einem Bus in den naechsten Ort, zu meinem eigentlichen Ziel, zu suchen. Im Dorf gab es keinen Busbahnhof, fuer mich eine neue Erfahrung in China. Die Leute im Dorf verstanden mich entweder nicht, oder erzaehlten, dass es keinen Bus gibt. Langsam wurde es spannend, und ich entschied mich einfach loszulaufen. Es gab nur eine Strasse und irgendwo wuerde ich schon ankommen.

Durch ein wunderbares kleines Tal sollte ich den Rest des Nachmittags wandern. Durch verschiedene Doerfer, in denen Menschen nett und vorallem neugierig gruessten. Ich fragte ein schuechternes Maedchen, ob die Strasse nach Zhaoqing fuehrt. Sie lachte unsicher; und nickte dann.

Die Menschen waren freundlich, interessiert, aber auch verwundert, ueber den komischen Weissen, der da so unvermittelt in ihrem Tal aufgetaucht war. Ich, der komische Weisse, fuehlte mich ein wenig verloren, allein und auch ein kleines bisschen hilflos. Ich hatte keine sinnvolle Karte, keine Ahnung wie weit Zhaoqing weg war. Ich hatte nicht genug Essen fuer erwartete zwei Tage Wanderung und kein Zelt fuer eine Uebernachtung. Die deutlichen Spuren von Erdrutschen am Strassenrand trugen auch nicht gerade dazu bei, dass ich mich besser fuehlte. Ich hoffte darauf, noch einen Bus zu finden.

Doch was soll's, ich war nun einmal hier, hatte die Entscheidung getroffen ueber die Doerfer nach Guiyang, Guizhous Hauptstadt zu fahren und es gab kein zurueck mehr. Ein bisschen Zeit hatte ich ausserdem. Was sollte schon passieren?

Am Ende fand ich keinen Bus. Ich brauchte allerdings auch keinen. Ein freundlicher Chinese nahm mich auf seinem Motorrad mit und fuhr mich ueber den Pass, die kompletten 50km bis Zhaoqing.

Bilder, Bilder, Bilder

Jan 16, 2011 • fly.floh • Vietnam 2010

Durch ein ansehnliches Bachtal laufe ich in Richtung Zhaoxing. Eigentlich haette es ja einen Bus geben sollen. Im Dorf vorher konnte ich aber weder Bus, noch Busbahnhof finden. Also habe ich meinen Rucksack geschnappt und bin los gelaufen.

Hin und wieder schallt mir ein freundliches “Hello” entgegen, meist antworte ich mit “Ni Hao”. Ein Laowei ist in dieser Ecke Chinas immernoch eine kleine Sensation.

Ich laufe seit ca. einer Stunde als ein Motorradfahrer an mir vorbei faehrt und etwa 50m vor mir anhaelt. Als ich mich naehere bedeutet er mir mit freundlichem Grinsen aufzusteigen. Auf schwachen 125ccm kriechen wir ueber eine holprige Strasse durch das Tal. Irgendwann ist das Tal zu Ende und wir kriechen noch langsamer den Berg hoch. Schneller als laufen sind wir aber und bequemer ist sein Motorrad auch. Zumal ich, ohne Helm, recht froh bin, dass wir uns eher langsam bewegen.

Diese und vorallem andere Geschichten von 8 Wochen China und Vietnam werde ich - untermalt mit ein paar Bildern - erzaehlen.

Sometimes it pays to go against your believes

Dec 6, 2010 • fly.floh • FotosVietnam 2010

Es war ein langer Tag, mit drei Busfahrten. Jon und ich waren von Yuangshuo zu den Dragon's Backbone Rice Terraces unterwegs. Wir hatten in Longji unschluessig an der Bushaltestelle rumgestanden, weil wir nicht ganz sicher waren welcher Bus nun nach Ping' An gehen wuerde.

Natuerlich dauerte es nicht lange und schon waren sie da, die Touts. An jedem auch nur ein wenig touristischen Ort in China konnte man sie finden. Besser gesagt, wurde man von ihnen gefunden. Ich hatte diese leichte Abneigung gegen diese Praktik und ging weg. Jon liess sich aber bequatschen und ich war etwas erstmal etwas genervt. Naja um's kurz zu machen: Am Ende sassen wir mit zwei Frauen in diesem uralten, klapprigen Bus und waren auf dem holprigen Weg an einem Ort in den Reis Terrassen, es war kein Ort von dem wir irgendwann mal etwas gehoert hatten. Lonely Planet kannte ihn (zumindest in meiner Ausgabe, wie ich spaeter erfahren sollte) auch nicht. Immerhin, Jon hatte ein "gutes Gefuehl" bei der Sache.

Zwischendurch mussten wir nochmal umsteigen und mir kam die ganze Geschichte irgendwie dubios vor. Es sollte sich aber lohnen. Am fruehen Abend stiegen wir aus dem Bus aus, liefen um einen Huegel und hatten unseren ersten Blick auf Tian Tou, oben in den Bergen zwischen den Reis Feldern und einem kleinen Wald.

Es war einer der shoensten Orte in China - und ich war danach sehr viel freundlicher zu den Touts.

Why did the chicken cross the road?

Nov 19, 2010 • fly.floh • FotosVietnam 2010

Ich gehe gerade meine Bilder vom Urlaub durch. Wie immer zieht sich der Prozess eine Weile hin, weil ich jedes Bild einzeln und von Hand schneide und vom Rohdatenformat, das meine Kamera auswirft, in TIFF und - bei Bedarf - JPEG umwandle. Boese Zungen behaupten, die Bilder gibt's dann ca. Weihnachten 2012. ;)

Beim Bearbeiten wird mir sicher so das eine oder andere Bild auffallen. Wenn das passiert werden die sicher hier landen. Meist mit kleiner Geschichte dazu.

Hen gap lai

Oct 19, 2010 • fly.floh • Vietnam 2010

Zwei Tage sind noch uebrig auf meiner Reise. Es sollen ruhige Tage werden, nicht zu viel anschauen, lieber einfach durch die Stadt schlendern und geniessen. Cafe da und lemon juice trinken, dem Chaos zuschauen.

Cholon, Ho Chi Minh City's District 5, das chinesische Viertel will ich mir aber noch anschauen. Da ich ziemlich viel Zeit habe beschliesse ich dorthin zu laufen. Auf dem Weg durch Gassen und kleine Strassen verlaufe ich mich nicht nur ein wenig, ich beginne Ho Chi Minh City auch zu lieben.Die Strassencafes mit den kleinen Plastikstuehlen, das charmante Chaos, kleine Restaurants an den Ecken und Menschen die auf der Strasse oder auf dem Fussweg ihrer Arbeit nachgehen. Die Stadt beginnt mir zu gefallen, und Staedte tun das selten. In einem Strassencafe geniesse ich einen Cafe da - Eiskaffee - und schreibe noch ein paar Postkarten. Ein paar junge Vietnamesen setzen sich neben mich, sie haben einen komischen Bambuspunsch in der Hand. Den sollte ich bei Gelegenheit mal probieren. Sie sehen meine Karten und sind ploetzlich interessiert. Sie schauen die Karten an und reden darueber. Hin und wieder fallen bekannte Worte wie "Hoi An" oder "Dalat".

Mit einem (ungewollt) grossen Umweg komme ich schliesslich in Cholon an. Es gibt zwar nicht so viele Sehenswuerdigkeiten, wie der Reisefuehrer behauptet, aber die Strassen in Cholon sind trotzdem interessant. Als Erstes stolpere ich in einen Strassenmarkt. Mitten auf der Strasse stehen ploetzlich ueberall Staende voller Obst und Gemuese, Kleidung, Fisch und allen moeglichen anderen Dingen.

Der Strassenmarkt in Cholon

Cholon selbst sieht aber nicht gross anders aus als der Rest der Stadt. Zwischen einer ganzen Menge Laeden springen ein paar chinesische Touristen rum, viel mehr sieht man vom "chinesischen Viertel" aber nicht. Am Ende der Hauptstrasse steht eine Kirche, die recht Sehenswert ist.

Cholons Kirche

Auf dem Rueckweg gehe ich beim lokalen Postamt vorbei um meine Karten einzuwerfen. Die Strasse dorthin ist voller Motorraeder, eigentlich nix besonderes. Ein Foto davon wollte ich trotzdem noch haben.

Motorrad-Verkehr

Mit einem Objektiv bei dem nicht bei 55mm Schluss ist waere das Bild sicher etwas eindrucksvoller geworden, aber wenn man am Loch im Vordergrund vorbei schaut, bekommt man ne Idee wie dicht der Verkehr werden kann - und meistens auch ist.

Gegen Mittag habe ich mich dann in den Stadtbus gesetzt und bin zurueck nach Saigon gefahren. Pho essen, ein wenig entspannen, lemon juice trinken, viel mehr habe ich den Tag ueber nicht mehr gemacht.

Mein letzter Tag in Vietnam beginnt mit packen. Mein ganzes Zeug wieder in den Rucksack stopfen. Das Kocherbenzin wird verschenkt und findet im Motorrad der Hostel-Koechin ein vorlaeufiges Zuhause. Danach brauche ich eine saubere Hose fuer den Heimflug, es ist also eine kurze Runde shoppen angesagt. Zum Mittag gibt's wieder Pho - und lemon juice.

Am Nachmittag will ich dann doch nochmal was von der Stadt sehen und beschliesse den Reunification Palace anzuschauen. Vor 1975 hiess der mal Independence Palace und war der Sitz der suedvietnamesischen Regierung.

Hinter einem riesigen Garten verbergen sich ein sehr offen gebautes Gebaeude mit unzahligen Konferenzsaaelen.

Der Garten des Reunification Palace

Der Empfangssaal des Praesidenten

Neben den vielen Empfangssaaelen gab es auch noch ein paar Raeume zum Arbeiten und ein paar Kartenraeume. Auf dem Dach befindet sich ein Heli-Port und in der obersten Etage ist ein Garten im Gebaeude.

Draussen zog in der Zwischenzeit ein recht imposantes Gewitter herauf, leider war es noch zu hell um Blitze zu fotografieren. Im oberen Stockwerk schaue ich nochmal kurz im Kino vorbei, bevor es ueber den Heli-Port und das zweite Treppenhaus in der Keller geht.

Das Kino des Reunification Palace

Fluchtheli gefaellig?

Der Keller zeugt noch vom Krieg. Jeder Raum ist voller Karten oder (antiquitierter) Kommunikations-Technik. Es gibt mehrere Krisenraeume (man scheint Bedarf gehabt zu haben) und eine Notunterkunft fuer den Praesidenten.

Die Notunterkunft des Praesidenten

Dunkle, enge Gaenge verbinden die Kellerraeume

Die dunklen, engen Gaenge zwischen den Raeumen des Kellers lassen ein wenig Bunkerstimmung aufkommen.

Nach etwas mehr als einer Stunde velasse ich den Palast und setze mich nochmal in ein Cafe, ein letzter lemon juice und ein letzter banana pancake. Kurze Zeit spaeter muss ich dann schon zum Bus, der mich zum Flughafen bringt. Eine Vietnamesin hilft mir noch die richtige Haltestelle zu finden und ab geht es durch den Stau zur letzten Station. Bleibt nur noch eines zu sagen: hen gap lai - bis bald.

Bis Bald, Vietnam

Cu Chi

Oct 6, 2010 • fly.floh • Vietnam 2010

Es ist mein zweiter Tag in Ho Chi Minh City und ich mache noch ein bisschen Geschichtsstunde. Die Tunnel von Cu Chi stehen auf dem Programm. Cu Chi ist eine Gegend im Norden der Stadt, die Dorfbewohner dort sind im Krieg vor den Amerikaner unter die Erde gefluechtet. Ein 250km langes Tunnelnetzwerk wurde von den Guerillas dort errichtet. Der Ferind kam meist tagsueber, also wurdewn die Felder nachts bestellt. Pflug in der einen Hand und AK-47 in der Anderen. Die ganze Gegend wurde mit Bambusfallen und aehnlichem uebersaaet um sich vor den Amerikanern zu schuetzen. Fallen und Granaten wurden aus den Waffen der GIs gebaut.

Eine Bambusfalle

Fuer Cu Chi muss ich ein bisschen meine Prinzipien ueber Bord werfen. Die Tunnel sind mit oeffentlichen Verkehrsmitteln nicht zu erreichen und ein Motorrad will ich in Ho Chi Minh City nicht benutzen. Ich mache also eine Tour. Irgendwann muss ich ja mal meine Vorurteile gegen die Touren bestaetigen.

Wir laufen morgens vom Hotel zum Bus, schoen in einer Reihe. Ein bisschen fuehle ich mich an meine ersten Klassenfahrten erinnert. Im Bus erklaert der Reisefuehrer den genauen Ablauf der Tour, nichts wird dem Zufall ueberlassen. Er spickt seine Erklaerungen mit schlechten Witzen und das Gefuehl auf Klassenfahrt zu sein wird staerker. Immerhin sind seine Erklaerungen zur Geschichte recht gut.

Nacheinander sehen wir uns die Eingaenge zu den Tunneln an, dann die Fallen, eine Waffenfabrik. Gegen Mittag gibt es einen Schiessstand. Fuer 30000 Dong kann man sich eine Gewehrkugel kaufen und mit der AK-47 oder einer amerikanischen Knarre rumballern. Wer's braucht...

Ein Tunneleingang

Am Ende folgt dann der Gang durch einen Tunnel. Wir laufen nur 100m. Die Tunnel sind eng und nicht besonders hoch. Meistens muss man kriechen. Der Tourguide erzehlt mir, dass die Tunnel nachtraeglich vergroessert wurden, wahrscheinlich sind mal Touris stecken geblieben oder so. Urspruenglich waren die Tunnel 80cm hoch und 50cm breit.

100m durch die Tunnel von Cu Chi