Saigon

Oct 5, 2010 • fly.floh • Vietnam 2010

Als der Bus nach ueber sechs Stunden Fahrt endlich in Ho Chi Minh City anhaelt ist es bereits dunkel. Ich steige aus, in den Regen und Laerm der groessten Stadt Vietnams. Ein Schwarm von xe om Fahrern belagert mich sofort. "Hello. Motorbike!" Es wirkt fast wie ein Befehl. Am Ticketschalter frage ich nach einem Bus in's District 1. Die Innenstadt von Ho Chi Minh City und der einzige Teil, der auch offiziell noch Saigon heisst.

Am Ben Thanh Market steige ich aus und laufe zu dem Hostel, das Betten fuer 3$ haben soll. An der Adresse ist jetzt eine Bank. Ein tout bringt mich zum Nga Hoang Hotel. Fuer 5$ gibt es dort ein sauberes Bett im Dorm und Fruehstueck. Es ist ein freundliches Hotel, in einer kleinen Nebengasse. Die Besitzerin spricht besser Deutsch als Englisch.

Direkt nach mir checkt eine Amerikanerin ein, sie ist genauso hungrig wie ich und wir gehen zusammen auf Nahrungssuche. Nach 5 Tagen mal wieder nicht allein essen. Leckere Schrimps und Glasnudeln.

Saigon ist Chaos pur. Irgendetwas ist aber anders an Saigon als an all den anderen Staedten Vietnams. Am Anfang dachte ich es waere das Gefuehl, das man immer hat, wenn man am Ende einer laengeren Reise am letzten Stop ankommt. Schnell stelle ich fest, dass ich Saigon mag, das Chaos hier hat Charme. Es ist mehr als das uebliche "Last Stop Syndrome".

Am naechsten Morgen lasse ich mich durch die Stadt treiben, fast vier Stunden laufe ich mehr oder weniger ziellos durch die Strassen und beobachte die Stadt, ihre Besucher und ihre Bewohner. In einem Strassencafe gibt es Cafe da. Vietnamesischen Eiskaffee. Vor dem Opernhaus spielt eine Band, die Vietnamesen halten mit ihren xe oms an um der Musik zuzuhoeren. Die Touris nehmen das Spektakel kaum wahr.

Eine Band spielt auf den Treppen des Opernhauses

Als es zu regnen beginnt fluechte ich in das Ho Chi Minh City Museum. Es ist ein gutes Museum, mit vielen englischen Erklaerungen. Es kann fast mit dem Macau Museum mithalten. Neben den ueblichen Ausstellungen zum Krieg gegen die Amerikaner gibt es hier noch eine Ausstellung zum Vietnamesischen Dong und zur Geschichte der Stadt.

Irgendwann laesst der Regen nach und ich hole mir ein Banh Mi, ein belegtes Baguette an einem der Strassenstaende. Fuer 10000 Dong bekommt man ein komplettes Baguette, belegt mit Wurst, Fleisch, manchmal Seafood und allerlei Gruenzeug. Ein bisschen Chili-Sauce und Soja-Sauce drauf und fertig ist die Koestlichkeit. Franzoesischer Einfluss nehme ich an.

Notre Dame in Saigon

Neben der Kathedrale, die als Notre Dame bezeichnet wird gibt es ein paar Strassencafes mit absolut leckerem Da Chanh. Lemon juice. Der Regen hat aufgehoert, also setze ich mich und ruhe mich eine Runde aus.

Den Rest des Nachmittags verbringe ich im War Remnants Museum. Das Museum hiess frueher mal War Crimes Museum und das ist der deutlich treffendere Titel. Hunderte von Fotos zeigen zeigen die bekannten Kriegsverbrechen der Amerikaner, wie das Mai Lai Massaker, und die weniger bekannten. Ein Bild zeigt einen Vietnamesen, der auf dem Boden liegt. Sein Kopf ist in ein Tuch gewickelt und er wird von zwei Amerikaner flankiert, die Wasser ueber das Tuch kippen. Die Foltermethode ist heute im Allgemeinen als Waterboarding bekannt und wird im Irak und in Guantanamo immernoch sehr gerne verwendet, in Afghanistan wahrscheinlich auch. Die Amerikaner haben seit 1965 nichts gelernt. Es ist ein tolles Gefuehl zu wissen, dass wir in Afghanistan auch noch gerne dabei helfen. Viele Bilder zeigen die voellig zerstoerten Staedte und die mit Agent Orange und Dioxin vernichteten Waelder. Dioxin und Agent Orange sind auch fuer viele Behinderungen und Fehlgeburten in Vietnam verantwortlich. Die Amerikaner haben nie irgendeine Art von Reparation fuer den von ihnen angezettelten Krieg an Vietnam bezahlt. Im Gegensatz dazu wurden die eigenen Soldaten fuer ihre Vergiftungen ein bisschen entschaedigt. Als ich das Museum verlasse ist mir schlecht.

In einem nahegelegenen Park mache ich eine Pause und schaue den Vietnamesen beim Badminton spielen zu. Ein Cham Tower steht hinter einem Baum und ganz langsam verarbeite ich das gerade gesehene.

Der Cham Tower im Park neben dem War Remnants Museum

Nam Cat Tien

Oct 4, 2010 • fly.floh • Vietnam 2010

Per Expressbus und xo om fahre ich von Dalat in den etwas abgelegenen Cat Tien Nationalpark. Ein paar Tage Ruhe vor der lauten und schnellen Ho Chi Minh City sind geplant.

Das erste Erlebnis im Park ist die Rezeption der Bungalows. Die einzige Uebernachtungsmoeglichkeit im Park. Die fehlende Konkurrenz zeigt  sich sofort. Die Zimmer in den Bungalows sind teuer (bei 15$ geht's los) und wirklich rock bottom. Ein Bett und ein Schreibtisch. Kein Fenster. Ich frage noch nach einem Zimmer mit Fenster, aber das kostet 20$, hat dann aber auch ein eigenes Bad. Naja ist ja nur fuer eine Nacht. Ich spare mir also die 5$ und gehe wandern. Ich bin noch etwas sauer ueber die unfreundliche Art an der Rezeption, aber das vergeht im Wald recht schnell.

Mammutbaeume in Cat Tien

An Mammutbaeumen vorbei laufe ich zu einem Fluss. Auf dem Rueckweg bekomme ich eine ziemlich gute Lektion, warum man das hier Regenwald nennt. Es ist gerade wet season, Regenzeit, und von einer Sekunde auf die Andere wird aus der Luft um mich rum Wasser. Es dauert keine Minute und ich bin, trotz Regenjacke, bis auf die Knochen durchnaesst. Pfuetzen bilden sich auf meinem Rucksack und in meinen - wasserdichten - Schuhen. Mein Lonely Planet sollte drei Tage spaeter noch nicht wieder trocken sein.

Der Grenzfluss des Parks

Tag zwei sollte das wirkliche Highlight bereit halten. Ich gebe meinen grossen Rucksack bei der Rezeption ab und mache mich auf die 14km zum Crocodile swamp zu erlaufen. Die ersten Kilometer durch den Wald sind unspektakulaer, mehr Baeume. Dann geht es ein paar Kilometer ueber die Strasse. Ich sehe ein paar Affen, doch sie machen sich zu schnell aus dem Staub um sie zu fotografieren.

Am Abzweig zum Swamp mache ich Mittagspause. Von hier geht es nochmal 5km durch den Wald. Hier bemerke ich auch zum ersten Mal das Blut an meinem Bein. Der Blutegel-Biss war deutlich sichtbar, vom selbst Blutegel war aber nichts mehr zu sehen.

Ich laufe noch ein paar Kilometer durch den Wald, an noch groesseren Mammutbaeumen vorbei bis ich anderthalb Stunden spaeter am Crocodile Swamp ankomme, endlich.

Crocodile Swamp

Zu diesem Zeitpunkt habe ich 5 weitere Blutegel an meinen Beinen. Das schlimmste an den Viechern ist, dass die ein Sekret abgeben, was Blutgerinnung verhindert. Meine Beine haben noch ein paar Stunden vor sich hin geblutet.

Der Crocodile Swamp hat das aber recht fix wieder wett gemacht.Neben Krokodilen soll es dort abends und frueh morgens viele Tiere geben, die zum See kommen um zu trinken. Leider habe ich selbst nur einen Hirsch gesehen und ein paar Schreie gehoert.

Ein Hirsch, zu Besuch am See

Frueh um sechs mache ich mich am naechsten Morgen auf den Rueckweg, im Wald treffe ich auf ein paar Rehe und ein Wildschwein. Diesmal habe ich auch nur 4 Blutegel.

Ein paar Stunden spaeter sitze ich dann auch schon im Bus, auf der langen Fahrt zu meinem letzten Ziel. Ho Chi Minh City.

Passierschein A38

Oct 3, 2010 • fly.floh • Vietnam 2010

Als ich in Dalat ankomme bin ich wieder allein. Philippe war am Morgen mit dem Zug nach Ho Chi Minh City gefahren. Ich entscheide mich erstmal das zu tun, was ich fast immer tue, wenn ich an einem neuen Ort ankomme. Ich packe Wasser und meinen Lonely Planet ein und streife ziellos durch die Stadt. An einem Street Food Stand gibt es Pho. Nudelsuppe.

Irgendwann habe ich genug zufaellige Plaetze gesehen und suche nach den Sehenswuerdigkeiten. In Dalat gibt's davon nur eine Handvoll. Das Hang Nha Crazy House, erbaut von einer vietnamesischen Archtiktin, die in Moskau studiert hat, soll es die Leute dazu ermahnen im Einklang mit der Natur zu leben. Nebenbei dient es als Hotel.

Hang Nha Crazy House

Ich suche mir meinen Weg durch die Gassen der Stadt, bis ich an einer kleinen Kirche ankomme, die im Stil eines Tempels erbaut ist. Leider ist die Kirche nicht offen und von einem Zaun umgeben, ich kann mir also nur die Fassade anschauen.

Die Kirche, die wie ein Tempel aussieht

Da die Kirche auf einem der Huegel der Stadt steht, habe ich auf dem Rueckweg eine super Aussicht auf die Stadt. Am Horizont sehe ich neben dem Regen der gerade heraufzieht auch schon mein Ziel fuer den morgigen Tag. Lang Bian Mountain. Eine Bergkette aus Vulkangestein, deren hoechster Berg 2149m hoch ist. Die Berge sind 13km noerdlich von Dalat und ich will mit dem Fahrrad hin fahren, doch dazu spaeter mehr.

Der Blick ueber Dalat, mit Lang Bian Mountain im Hintergrund

Als letztes schaue ich mir einen etwas kitschig aufgemachten Wasserfall an. Ein paar bunte Tierfiguren stehen rum und komische Baenke, teilweise scheinen die mal pink gewesen zu sein. Ein paar Cowboys stehen auch rum, was leicht bizarr ist. Ein erwachsener Vietnamese passt einfach nicht wirklich in ein Cowboy-Kostuem.

Der Tag darauf beginnt mit der Suche nach einem Fahrrad. Nach etwa einer Stunde entscheide ich, dass die Suche gerade zur Suche nach Passierschein A38 geraet. Ueberall bekomme ich zu hoeren, dass es hier keine Fahrraeder mehr gibt, aber geh mal in die Strasse, dort gibt es eine Menge Laeden mit Fahrraedern. Ich laufe kreuz und quer durch die Stadt, bevor ich am Ende einfach ein Motorrad ausleihe. Die gibt es ueberall.

Nach einem kurzen Tankstop verlasse ich Dalat und bin eine Viertelstunde spaeter am Fuss des Berges. Knapp drei Stunden brauche ich fuer den steilen Weg nach oben. Teilweise geht der Weg einfach schnurgerade den Berg hoch, Wasser hat den Weg ausgespuelt und Baeume liegen in Weg. Die Anstrengung lohnt sich aber und ich habe einen Berggipfel fuer mich und eine super Aussicht.

Die Aussicht von Langbian Mountain auf Dalat

Der Rueckweg ist mit 2 Stunden deutlich fixer. Leider beginnt es zu regnen und ich muss mir mit dem Motorrad einen Unterschlupf suchen. Als die Strasse zur Haelfte ueberflutet ist laesst der Regen etwas nach und ich fahre weiter. Als ich im Hotel ankomme bin ich trotzdem voellig durchnaesst. Nach einer Pause zum trocknen und Pho essen schaue ich mir noch Dalats Bahnhof an, der erste und - angeblich - schoenste im Land. Naja, entscheidet am besten selbst.

Der Bahnhof von Dalat

Goodbye Beaches

Sep 30, 2010 • fly.floh • Vietnam 2010

Nach drei Tagen in Hoi An fahren Philippe und ich mit dem Nachtbus nach Nha Trang. Manche sagen, es waere Vietnams schoenster Strand. Eins ist sofort klar: Es ist der mit den meisten Touris. Ein paar wenige Sehenswuerdigkeiten gibt es aber auch abseits des Strandes.

Unser Spaziergang durch die Stadt fuehrt uns zuerst zur Kathedrale. Sie wurde von den Franzosen in den 30ern im gotischen Stil gebaut. Recht schick fuer ein Gebaeude aus Beton-Bloecken.

Nha Trangs Kathedrale

Am Bahnhof und am Busbahnhof kaufen wir unsere Tickets fuer die Weiterfahrt am naechsten Tag. Philippe faehrt direkt nach Ho Chi Minh City (das hier immernoch gerne als Saigon bezeichnet wird) und ich will in die Berge, nach Dalat.

Weiter geht's mit Sightseeing. Es steht mal wieder ein Tempel auf dem Plan, das Wahrzeichen dieses Tempels ist die 24m hohe, komplett weisse Buddha Statue. Sie soll fuer den Frieden beten.

Buddha betet fuer den Frieden

Wir schaffen es trotz der Hitze den Strand nochmal kurz zu meiden und laufen im Anschluss zu den Cham Tuermen der Stadt.

Viele Wege fuehren zum Strand

In Nha Trang steht nur ein Cham Tempel, der ist dafuer etwas besser erhalten als die von My Son.

Cham Tuerme in Nha Trang

In einem Cafe genehmigen wir uns danach einen Passion Fruit Juice, Lemon Juice war alle. Danach geht's dann aber endlich zum Strand.

Nha Trang Beach bei Sonnenaufgang

Der Strand haelt, was alle versprechen. Das Wasser ist klar und warm. Super baden. Allerdings wird leider, waehrend wir im Wasser sind Philippes Hose geklaut. Die Schattenseite von Nha Trang, hier gibt es wohl die meisten Diebstaehle im Land ausserhalb von Ho Chi Minh City. Gluecklicherweise war weder Geld noch Hotelschluessel in der Hose und eine Neue ist in Vietnam auch nicht besonders teuer.

Nach dem Baden gehen wir in die Louisiane Bar, dort gibt es selbst gebrautes Bier. Zu empfehlen ist das Passion Bier, ein Pils mit einem Schuss Passionsfrucht. Recht lecker, aber fuer Vietnam auch verdammt teuer. Dafuer sitzt man direkt am Strand.

Ein paar Meter weiter gibt es dann von Einheimischen frische direkt am Strand gegrillte Krebse. Auf einer Plasktikplane am Strand hat das echt was interessantes. Da an so einem Krebs nicht sonderlich viel dran ist, kaufen wir danach aber doch noch ein Baguette mit Belag. Street und Beach Food werde ich wohl wirklich vermissen, und das nicht nur wegen der Preise.

My Son

Sep 29, 2010 • fly.floh • Vietnam 2010

My Son (gesprochen Mi Sum) ist der Titel fuer eine Sammlung von Tuermen der Cham Hochkultur. Enthusiasten bezeichnen My Son gerne als das Angkor Wat Vietnams. Kritiker sagen es waere nichts weiter als ein paar Berge von Dreck und Schutt.

Die Wahrheit liegt irgendwo in der Mitte. Die meisten Tuerme sind, wie so oft in diesem Land, im Krieg zerstoert worden. An ein paar Anderen nagt deutlich sichtbar der Zahn der Zeit. Nur wenige Tuerme sind wirklich gut erhalten, trotzdem lohnt sich der Besuch der Staette, wenn man einen halben Tag Zeit hat.

Die Cham Tuerme von My Son

Philippe und ich leihen uns am Nachmittag ein Motorbike aus und machen uns auf den Weg von Hoi An nach My Son. Da wir die falsche Strasse aus Hoi An raus erwischen werden aus 50km mal eben 100km. Auf Vietnams nicht besonders guten Strassen dauert das ewig. Irgendwann, als wir gerade einen IFA W50 ueberholen (der in Vietnam uebrigens noch recht oft rumkurvt) weisst uns ein Schild nach My Son. Es sind noch 32km. Die Fahrt geht noch eine halbe Stunde ueber eine kurivige Landstrasse und wir erreichen My Son kurz nach vier. Zum Fotografieren ist die Uhrzeit recht gut. Die ganzen Tour-Busse haben sich auch schon verkruemelt.

Reste eines Turmes

Viel Erklaerungen gibt es leider nicht, aber die etwa 1500 Jahre alten Tuerme sind allein schon recht imposant.

Ein weiterer, teilweise erhaltener Turm

Die Cafes von Hoi An

Sep 28, 2010 • fly.floh • Vietnam 2010

Von Hue geht es mit dem Bus 170km nach Sueden. Hoi An heisst das naechste Ziel, fast direkt am Meer und eine der wenigen Staedte, die vom Vietnam-Krieg verschont geblieben sind.

Kolonialvilla in Hoi Ans Altstadt

Hoi An ist deswegen nicht nur schick, sondern auch sehr touristisch. In fast jeder der Kolonialvillen verbirgt sich ein Laden oder ein Cafe. Oder beides. Bei der oertlichen Hitze sind die Cafes aber ein willkommener Ort um den einen oder anderen Lemon Juice zu trinken und gemuetlich dem Leben in der Stadt zuzuschauen. Ich nutze Hoi An um mal ein paar Tage so gut wie nix zu machen. Ein bisschen durch die Stadt schlendern, die alten Gebaeude anschauen und mal in den Laeden vorbei schauen. Viel mehr mache ich nicht, muss auch mal sein.

Bei Reaching Out schaue ich ein paar mal vorbei. Das ist ein Fair Trade Laden, der von "Menschen mit speziellen Faehigkeiten"  betrieben wird. Im Laden gibt es alle moeglichen handgefertigten Dinge zu bestaunen (und zu kaufen). Schmuck, Seide oder Bilder aus Eierschalen auf kleinen schwarzen Taefelchen. Das echte Highlight ist aber die Werkstatt, die sich direkt hinter dem Laden befindet und frei begehbar ist. Hier kann man die Fertigung der Waren in aller Ruhe beobachten und sich mit den Kuenstlern unterhalten.

Am Abend gibt es viel leckeres Essen, in Verbindung mit "Fresh Beer", man koennte es auch Fassbier nennen. ;)

Hoi An by night

Die Hauptstadt der Nguyen

Sep 25, 2010 • fly.floh • Vietnam 2010

Nach einem ausgiebigen Fruehstueck schaue ich mir erstmal Hue - gesprochen Hway - in Ruhe an. Die Stadt, ziemlich genau in der Mitte von Vietnam, war der Sitz der Kaiser der Nguyen Dynastie, die Vietnam bis 1925 beherrscht hat. Hues Altstadt ist umgeben von meterdicken Mauern, mit mehreren, sehr engen Stadttoren. Hinter dem Haupteingang steht einer der grossten Flaggenmasten Vietnams.

Der Fahnenmast von Hue

An diesem Mast wehte waehrrend des Krieges gegen die Amerikaner fuer ca. drei Wochen die Flagge des Nordens. Hue ist die erste grosse Stadt suedlich der Demilitarized Zone und die Einzige, die der Norden im Krieg fuer einen laengeren Zeitraum halten konnte. Hue wurde dafuer von den Amerikanern recht vollstaendig dem Erdboden gleichgemacht und eigentlich stehen von der Altstadt nur noch die Mauern.

Der Norden hat nach der Eroberung der Stadt als erstes seine Kritiker und die Helfer des Suedens beseitigt. Diese Aktionen haben in etwa 10000 Opfer gefordert.

Innerhalb der Mauern von Hue befindet sich die Festung der Kaiser. Nach dem Betreten sieht die Festung der Verbotenen Stadt in Peking sehr aehnlich, doch recht schnell stellt man fest, dass hier in Hue kaum etwas von der Festung oder der darin eingeschlossenen Verbotenen Stadt - die es hier auch gibt - erhalten ist. Die im Krieg zerstoerten Gebaeude werden zwar nach und nach wieder aufgebaut, aber bislang ist davon nur wenig zu sehen.

Der Eingang zur Imperial Area von Hue

Die Ruinen des Palastes der Mutter des Kaisers

Am Nachmittag treffe ich Philippe in einem Cafe, wir planen den naechsten Tag. Zu den Tunneln von Vinh Moc soll es gehen, wie immer ohne Tour. Waehrrend des Krieges ist das Dorf Vinh Moc unter die Erde gezogen um den amerikanischen Bombardierungen zu entgehen. In ca. 1,6m hohen Tunneln haben hier ueber mehrere Jahre etwa 300 Menschen gelebt. In kleinen Hoehlen an den Seiten des Tunnels wurde gekocht, geschlafen, gegessen und es wurden Kinder geboren.

Wohnen in den Vinh Moc Tunnels

Wir mieten uns ein Motorrad und fahren die 100km von Hue nach Vinh Moc um uns die Tunnel in Ruhe ansehen zu koennen. Der Verkehr in Vietnam ist ein wenig ungewohnt. Chaotischer noch als in China, scheint es her nur zwei Regeln zu geben. Halte an roten Ampeln an und benutz die Hupe. Auf dem Highway 1A, Vietnams Hauptverkehrsachse von Hanoi nach Ho Chi Minh City, werden LKWs von Motorraedern auf dem Standstreifen ueberholt, Busse ueberholen hupend auf der anderen Seite und draengen den Gegenverkehr auf den dortigen Standstreifen.  Die wilde Fahrt dauert 2,5 Stunden und danach brauchen wir erstmal etwas Nahrung fuer die Nerven, bevor wir fuer eine gute Stunde durch die Tunnel laufen. Etwas mehr Luxus als die eigentlichen Bewohnr gibt es fuer die Besucher heutzutage: Elektrisches Licht. Die Tunnel sind gut beschriftet und man bekommt ein wenig ein Gefuehl dafuer, wie das Leben in den Tunneln gewesen sein muss.

Die Rueckfahrt dauert auf Vietnams nicht gerade guten Strassen aehnlich lang aber wir schaffen es gerade noch rechtzeitig zum Grab des letzten Nguyen Kaisers, Khai Dinh. Die Bauzeit seines Grabes war bedeutend laenger als seine Regierungszeit und der Komplex wurde erst fuenf Jahre nach seinem Tod fertig gestellt. Khai Dinhs Tod, 1925, wurde von der vietnamesschen Bevoelkerung kaum wahr genommen, im Allgemeinen galt er als Puppe der Franzosen.

Das Khai Dinh Grab

Jungelfieber auf der Insel

Sep 22, 2010 • fly.floh • Vietnam 2010

Ein laaaangsamer Bus und ein noch langsameres Boot brigen mich von Hanoi nach Cat Ba. Cat Ba ist eine kleine Insel, suedlich der Halong Bay. Neben der Halong Bay gibt es dort einen Nationalpark voller tropischem Regenwald zu sehen. Ein paar Tage dort zu verbringen ist also recht lohnenswert.

Die Fahrt nach Cat Ba

Auf dem Boot entdecke ich nebenbei noch einen Abschnitt ueber Lan Ha Bay im Reisefuehrer, diese Bucht soll genauso schoen sein, wie Hanlong Bay, aber da die Bucht recht weit von Halong City entfernt ist gibt es dort deutlich weniger Tour-Boote. Die Bucht ist also sehr viel ruhiger. Von den Touren will ich mich sowieso fern halten, ich suche mir lieber ein kleines Boot und erkunde die Bucht nach meinen Bedingungen. Am ersten Tag ist aber erstmal der Urwald dran.

Nachdem ich mein Ticket gekauft habe und die ersten paar Meter gegangen bin kommt mir Philippe auf einem Motorrad entgegen. Er stellt sein Motorrad ab und wir machen uns zu Fuss auf den Weg nach Viet Hai, einem Dorf auf der anderen Seite des Waldes. Eine ganze Weile laufen wir auf einem kleinen Pfad ueber steile Berge durch dichten Wald, bis wir zu einer Lichtung mit einer verlassenen Ranger Station kommen. Hohes Gras und Farn saeumt hier den Weg, es sieht ein bisschen aus, wie in Jurassic Park.

Jurassic Park Ranger Station

Am Frog Pond vorbei geht es ueber ein paar mehr steile Berge durch noch dichteren Wald. Einmal muessen wir eine knappe Viertelstunde nach dem Weg suchen, der von einem umgestuertzten Baum verdeckt wird, aber irgendwann erreichen wir Viet Hai und verspeisen erstmal eine wohlverdiente Nudelsuppe. Ein Ha Noi Bier gibt es fuer mich auch noch.

Viet Hai

Der Rueckweg geht deutlich schneller, der Weg und die Aussicht ist bereits bekannt. Mit Philippes Motorrad fahren wir vom Nationalpark zum Strand in Cat Ba Town, zum abkuehlen. Danach gibt's in einem Biergarten vietnamesischer Art ein paar Fassbier. Der Biergarten besteht aus ein paar Plastikstuehlen auf dem Buergersteig, direkt am Meer. Das Glas Fassbier (hier besser bekannt als Bia Hoi) kostet 3000VMD. Ihr koennt ja mal ausrechnen was das in Euro ist, aber ich verpsreche euch bei dem Preis werden selbst die Dresdner Studentenclubs neidisch. ;)

Fuer den Tag danach ist der Ausflug nach Lan Ha geplant. Der Bootsbesitzer will aber ploetzlich 10mal so viel Geld wie noch am Vortag. Da wir uns nicht ueber den (nichtvorhandenen) Tisch ziehen lassen wollen gehen wir wieder und suchen nach Alternativen. Eine Tour wollen wir immernoch nicht und so mieten wir uns ein Kayak und paddeln auf eigene Faust durch die Bucht.

Badepause in Lan Ha Bay

Mittags halten wir an einem Strand mit ein paar Huetten an, in der Hoffnung eine Nudelsuppe zu finden. Leider werden wir - hoeflich - des Strandes verwiesen. Wir fahren also weiter durch ein schwimmendes Fischerdorf, zum naechsten Strand. Dort laden uns ein paar Vietnamesen ein, und teilen ihr Mittagessen mit uns.

Lan Ha Bay

Mit einer weiteren Strandpause machen wir uns am Nachmittag auf den Rueckweg. Wir geben das Boot wieder zurueck und laufen nach Cat Ba Town. Irgendwann kommt uns eine aeltere Frau auf einem Motorrad entgegen. Ich kann mich gerade noch ueber die vielen Plastikkoerbe auf ihrem Motorrad wundern, als der Faden, der sie dort haelt mit einem lauten Ton zerreist und die Koerbe auf beiden Seiten runter fallen. Wir helfen ihr die Koerbe wieder zusammen zu stecken und befestigen sie wieder auf dem Ruecksitz, die Frau ist dankbar und faehrt laechelnd ihres Weges. Am Abend gibt es nochmal ein paar Bier aus dem Biergarten.

Der naechste Tag ist eher unspektakulaer, einer der Reisetage. Ich verbringe den Vormittag am Strand und in einem Cafe. Lesen, baden und lemon juice trinken. Nach dem Mittagessen steige ich in einen Bus, der mich zu einem Boot bringt, das mich zu einem Bus bringt, der mich zu einem Bus bringt. Der letzte Bus bringt mich nach Hue, 650km weiter im Sueden. Die Reise dauert trotzdem ca. 20 Stunden.

Capital City

Sep 21, 2010 • fly.floh • Vietnam 2010

Kurz nach 5 wache ich auf der harten Holzbank auf. Ich habe knapp 6 Stunden im hard sleeper von Lao Cai nach Hanoi verbracht. Hard sleeper in Vietnam ist wirklich hart. Kaum bin ich aus dem Zug geht der Chor der "Hello Hellos" los. Sie bieten Motorbikes, Taxis, Hotels.

Ich habe Zeit, einen Stadtplan und schon eine Buchung fuer mein Hostel. Ich ignoriere den Chor also und mache mich auf den Weg, durch das erwachende Hanoi zu meinem Hostel. Als ich den Bahnhof verlassen habe wirds es ruhiger, aber nicht fuer lange. Hanoi ist voller Motorraeder und das hoert man, an grossen Kreuzungen kannn man es auch recht gut riechen. Kat? Fehlanzeige.

Etwa zwei Stunden spaeter, nach dem Fruehstueck mache ich mich auf Hanoi zu erkunden. Durch die Altstadt geht es am See vorbei zum Ho Chi Minh Mausoleum. Der Platz davor ist gross und leer. Nur ein paar Soldaten passen auf, dass niemand den Platz betritt, dadurch wirkt er noch groesser.

Der Platz vor dem Ho Chi Minh Mausoleum

Da ich kein besonderen Fan davon bin tote Menschen anzuschauen, besonders nicht gegen deren expliziten Willen, habe ich mir das Mausoleum nicht von innen angeschaut. Das Ho Chi Minh Museum, direkt daneben habe ich zwar besucht, aber viel mehr als ein paar alte Dokumente und Fotos gibt's dort nicht zu sehen. Es mangelt an Hintergrundinformationen und Geschichte.

Am Flag Tower vorbei laufe ich zurueck zur Altstadt und in Richtung des Red River.

Flag Tower

Die Bruecke ueber den Red River wurde im Krieg mehrfach von den Amerikanern bombardiert, aber irgendwie haben es die Vietnamesen immer geschafft die Bruecke vor dem Einstuerzen zu bewahren und die Bruecke immer wieder geflickt. Heute fahren haupsaechlich Motorbikes und gelegentlich mal ein Zug ueber die Bruecke. Das Ganze ist eine recht wackelige Angelegenheit.

Hanois alte Bruecke

Den Nachmittag habe ich dann im kaum bekannten Ho Chi Minh Trail Museum, etwas ausserhalb der Stadt, verbracht. Das Trail Museum ist ziemlich gut gemacht, neben haufenweise Fotos und anderen Austelltungsstuecken (von Kompass und Schaufel, ueber Waffen bis hin zu Fahrzeugen) gibt es einen sehr gut gemacht Film ueber den Ho Chi Minh Trail. Fotos waren leider verboten und so kann ich euch davon leider nix zeigen.

Da ich nicht so der Stadtfan bin, ging es am naechsten Tag dann schon weiter nach Cat Ba, suedlich der Halong Bay. Ein bisschen Baden.

Be a traveller, not a tourist

Sep 20, 2010 • fly.floh • Vietnam 2010

Ich sitze im Minibus von Lao Cai nach Sapa. Ich bin seit gerade mal zwei Stunden in Vietnam und schaue immernoch auf die Unterschiede zwischen Vietnam und China.

Zum einen faellt in Vietnam sofort ein starker europaeischer Einfluss auf. An jeder Ecke gibt's frisches, wenn auch nicht besonderes knuspriges Baguette. Die meisten Haeuser, auch neue Haeuser, sind europaeisch gepraegt und im Kolonialstil gebaut.

Die Strasse von Lao Cai nach Sapa ist gut, aber kurvig und steil, deswegen brauchen wir fuer die 38km trotzdem etwa eine Stunde. Irgendwann auf der Fahrt sehe ich ein Grafitti an einer Mauer (vielleicht ist es auch normale Farbe) "be a traveller not a tourist". Der Spruch begleitet meine Gedanken eine Weile. Ein sehr guter Spruch wie ich finde, ich habe es nie geschafft, die Art, wie ich reisen will in einen so einfachen, klaren Satz zu fassen.

Sapa ist ein kleiner Ort mit ca. 35000 Einwohnern, rundherum gibt es Reisfelder und Doerfer von Minderheiten. Am staerksten vertreten sind hier die Black Mong. Die Mong haben inzwischen meist gute Englisch-Kenntnisse und nutzen diese entweder als Tour-Guides oder zum verkaufen von Taschen und Ringen, die sie selbst auf traditionelle Art hergestellt haben. Meist unterhalten sich die Mong eine ganze Weile mit ihrer Zielperson, bevor sie ueberhaupt versuchen etwas zu verkaufen.

Nachdem ich mein Hostel und ein ordentliches Fruehstueck gefunden habe schaue ich mich erst eine Runde in Sapa um und laufe dann 3km ins Tal, nach Cat Cat. Cat Cat ist eines der Mong Doerfer, aber leider auch sehr touristisch. Viel besser ist der Nachbarort, 3km weiter. Dort sehe ich ein echtes Mong Dorf, ohne Touristen.

Die ersten Haeuser von Cat Cat

Als ich an meinem zweiten Tag aufwache hoere ich das konstante Geplaetscher von Regen auf dem Dach. Der Blick aus dem Fenster ist grau. Sichtweite, ca. 30m. Sapa, knapp 2000m hoch, ist vollkommen in Wolken gehuellt. Die Motivation fuer meinen Trip ueber die Berge, ins Nachbartal loest sich gerade in Luft auf. Ich verbringe fast den ganzen Tag im Green Valley International Youth Hostel und unterhalte mich mit Glenn, einem der Besitzer. Glenn hilft mir ein paar Sachen zu organisieren und erzaehlt mir von seinen Plaenen fuer das Hostel. Er hat es erst vor drei Monaten gekauft und es laufen gerade eine Menge Renovierungsarbeiten. Lange Rede kurzer Sinn: Ich kann das Green Valley nur weiter empfehlen. Gemutliches Hostel, hilfsbereites und freundliches Team.

Hier gibt es nichts zu sehen

Am letzten Tag regnet es zwar auch, aber ich will nun doch nochmal ein bisschen was von der Umgebung sehen. Zusammen mit Philippe, nehme ich ein Xe om ein paar Kilometer aus Sapa raus und wir laufen nach Ta Phin, einem Dorf der Red Zhao. Neben dem Dorf schauen wir uns die Nahe gelegene Hoehle an und wandern etwa 10km durch die Umgebung.

Bevorzugte Fortbewegungsmethode

Zurueck in Sapa gibt's noch etwas Tee, gebratenen Reis und einen Bus zurueck nach Lao Cai. Am Abend wartet mein erster Zug fuer diesen Urlaub. Am Morgen will ich in Ha Noi sein.

Ich waer so gerne Millionaer...

Sep 14, 2010 • fly.floh • Vietnam 2010

...dann waer mein Konto niemals leer.

Okay vielleicht nicht ganz der passende Titel fuer den ersten Beitrag aus Vietnam. Es ist aber schon ein... interessantes Gefuehl am Geldautomaten zu stehen und eine fuenf gefolgt von sechs Nullen einzutippen und danach 5000000 aus dem Automaten zu ziehen. Ich sollte aber vorne anfangen.

Von Kunming aus habe ich einen sleeper nach Hekou genommen. Hekou ist eine chinesische Kleinstadt an der Grenze zu Vietnam. Die Busfahrt war im grossen und ganzen recht unspektakulaer, aber irgendwann werde ich geweckt. "Passport!", sagt jemand. Es klingt fast franzoesisch. Er traegt eine gruene Uniform, die des Public Security Bureau. Ich gebe ihm meinen Pass und er verlaesst den Bus. 'Wird schon seine Richtigkeit haben', denke ich verschlafen und fuenf Minuten spaeter kommt er wieder und gibt mir meinen Pass.

Ein paar Stunden spaeter werde ich wieder geweckt, es ist immer noch dunkel. Der Bus hat sein Ziel erreicht und ich scheine mal wieder der letzte im Bus zu sein. Ich schnappe mein Zeug und frage den Fahrer, wo es nach Lao Cai geht. Er zeigt in Richtung der in rote Lichterschlaeuche gehuellten Brucke ca. 100m vor uns. Ich laufe hin uns sehe zum ersten Mal Vietnam.

First Glimpse into Vietnam

Es ist 6 Uhr morgens und die Grenze macht erst 8 Uhr auf. Ich warte also, waehrend Hekou erwacht und Leute an mir vorbei Joggen und den andere Leute Fussweg kehren. Vier Chinesen geniessen den Morgen, einer gruesst, ich gruesse zurueck. "Ni Hao", es sollte mein letztes Ni Hao sein.

Kurz vor acht betrete ich das Passkontroll-Gebaeude. Die chinesische Nationalhymne wird gespielt. Danach oeffnet die Grenze. Waehrend ein paar Minuten spaeter mein Pass kontrolliert wird, sehe ich Horden von Vietnamesen ueber die Bruecke rennen. Das Schauspiel haelt an bis ich auf der anderen Seite bin, und sicherlich noch ein paar Minuten mehr. Warum die Vietnamesen so eine Eile hatten habe ich aber nicht heraus gefunden.

Eine kurze Kontrolle und ein Scan von meinem Gepaeck spaeter bin ich in Lao Cai, der vietnamesischen Grenzstadt. Da ich nicht weiss, wie weit es bis zum Bahnhof ist nehme ich ein Taxi. Es war nicht weit. Der Schalter fuer die Tickets hat noch nicht offen. Ich muss wieder bis 8 Uhr warten. Zum zweiten mal heute morgen. Also stelle ich meine Uhr eine Stunde zurueck und warte.

Last stop in China

Sep 13, 2010 • fly.floh • Vietnam 2010

Mein letzter Stop in China. Kunming. Die Hauptstadt der Provinz Yunnan ist schon ein bisschen typisch fuer Chinas Grosstaedte. Dann aber auch wieder ganz anders, wenn man denn genau hinschaut.

Wenn man sich die Leute in der Stadt anschaut, sieht man, dass es zwischen den typischen Han-Chinesinnen ein paar gibt, die Kopftuch tragen. Yunnan hat einen grossen Anteil Moslems und ein grosser Teil davon ist in Kunming zu finden. Nicht umsonst gibt es direkt in der Innenstadt eine grosse Moschee und weiter draussen noch ein paar mehr.

Kunming Mosque

Ein paar Meter oestlich der Moschee findet man einen Fluss, an dessen Ufer es etwas ruhiger ist. Die Hoffnung auf noch mehr Ruhe im Zoo hat sich leider nicht erfuellt. Der Zoo selbst ist nix fuer empfindliche Maegen. Die Kaefige sind klein und - bis auf die Rehe und Kaengurus - wird jedes Tier einzeln in einem eigenen Kaefig gehalten, der meist kaum mehr als 9qm gross ist. Die Kaefigboeden sind betoniert oder gefliesst. Ich haette da nicht rein gehen sollen. :(

Kaengurus in Kunmings Zoo

Auch im Zoo befindet sich uebrigens ein moderner Vergnuegungspark mit allem, was einem so den Magen umdrehen mag. Mir war schon schlecht genug. Das Mittagessen musste warten und so begab ich mich Richtung des groessten Buddhistischen Tempels Kunmings. Die Tempel werden aber so langsam wirklich ein wenig langweilig; Mit einem kleinem Umweg zum Park und zum Outdoor Store bin ich also zuruck ins Hostel. Der Outdoor Store war deutlich teurer als in Deutschland und hatte auch fast nur amerikanische Marken. Ich schaetze der Chinesische Outdoor-Markt ist (noch) nicht so gross.

Da ich meinen zweiten Tag in Kunming mit einkaufen und lesen verbracht hab, will ich euch damit jetzt nicht unbedingt langweilen. Einkaufen in China ist auch nicht anders als in anderen Teilen der Welt.

Ein interessantes Detail zu Kunming habe ich aber vielleicht noch. Kunming hat keine Altstadt (mehr). Dort laeuft gerade ein Stadterneuerungsprojekt und ich glaube ich habe selten so viele entkernte Haeuser gesehen. Ganze Stadtviertel, wie zum Beispiel das muslimische Viertel werden dafuer abgerissen und ueberall werden neue Appartment-Blocks und Einkaufszentren hochgezogen. Eine groessere Dichte an (Klamotten-)Laeden zu finden als in Kunming wird glaube ich echt schwer. Nicht, dass ich vorhaette aktiv danach zu suchen. ;)

Ein entkernter Haeuser-Block

Dali

Sep 12, 2010 • fly.floh • Vietnam 2010

Auf dem Weg zurueck nach Kunming ist ein Abstecher nach Dali angesagt. Dali soll schoener sein als Lijiang, finden so manche Touristen.

Wenn man die Zeit hat sich die Umgebung anzuschauen ist da sicher auch was dran. Dalis Altstadt ist aber lange nicht so schoen, wie die von Lijiang. Zum einen ist sie nicht autofrei, was in China zumeist recht nervig ist. Zum Anderen reiht sich in Dali Laden an Laden, die Altstadt wirkt wie eine einzige Shopping-Meile. In Lijiang ist das zwar auch so, dort wirkt das Ganze aber nicht so aufdringlich.

Da mir die Stadt nicht sonderlich gefallen hat und ich im Hostel komplett alleine war, hatte ich dann auch keine grosse Lust mehr auf die Fahrradtour am See, die ich eigentlich noch machen wollte. Ich habe mich also mit einem halben Tag Dali begnuegt, bevor ich mich in den naechsten Bus nach Kunming gesetzt hab.

Ein paar Eindruecke von Dali will ich euch aber nicht vorenthalten, zum Beispiel waere da die Kirche, in chinesischer Architektur gebaut und mit Kreuz auf dem Dach.

Dalis Kirche

Die vier Stadttore in Norden, Osten, Sueden und Westen sind auch ganz ansehnlich.

Das suedliche Stadttor

Eine Strasse in der Altstadt von Dali

Wo der Tiger ueber die Schlucht sprang

Sep 10, 2010 • fly.floh • Vietnam 2010

Kurz vor 7 Uhr morgens weckt mich ein uebernaechtigter und etwas schlecht gelaunter Busfahrer. Ausser mir ist der Bus bereits leer. Etwa drei bis vier Stunden vorher war der Bus in den Busbahnhof von Lijiang eingefahren. Statt Sitzen, hat dieser Bus Betten und, Bus und Busfahrer haben Pause bis etwa 8 Uhr abends. Mit einem sogenannten sleeper bus bin ich in der vorherigen Nacht von Kunming nach Lijiang gefahren.

Lijiang ist einer der Touristenorte in China, das merkt man vorallem an den Preisen fuer Sehenswuerdigkeiten, die 80 Yuan nicht unterschreiten. Durch die Altstadt darf man aber kostenlos laufen und die alleine ist schon sehenswert.

Lijiangs Altstadt

Ein kleiner Huegel in der Naehe der Altstadt bietet einen Ueberblick ueber Selbige.

Blick ueber Lijiang

Neben unzaehligen kleinen, gewundenen Gassen gibt es auch zwei groessere Plaetze. Ein Bach fliesst durch die Gassen und alles ist liebevoll instand gehalten, bzw. renoviert.

Wasserraeder in Lijiang

Der Hauptgrund fuer meinen Abstecher nach Lijiang ist aber - wiedermal -  nicht die Stadt selbst, sondern eine Schlucht, noerdlich der Stadt. Tiger Leaping Gorge. Eine anderthalb-taegige Wanderung bietet exzellente Aussicht in die Schlucht. Berge und Felsen tuermen sich ca. 800m ueber den oberen Windungen des Yangtzi Rivers (der hier noch anders heisst).

Den Weg teilt man sich mit ein paar wenigen anderen Touristen, ein paar Einheimischen auf Pferden und Mulis und einer ganzen Menge Bergziegen.

Stau am Tiger Leaping Gorge

Hoehepunkt des Treks sind die 28 Bends (ich habe 31 gezaehlt..). Ueber 28 (31 ;)) Serpentinen geht es steil den Berg hinauf. Oben wartet eine alte Chinesin, die Getraenke verkauft und von jedem der am Aussichtspunkt neben dem Weg ein Bild macht 8 Yuan abkassieren will. Ich habe mein Bild vor ihren Augen geloescht. Leider hat das auch nicht geholfen. Als ich vom Aussichtspunkt zum Pfad zurueck will blockiert sie meinen Weg mit einem boesen Blick und einem Bambusstock zwischen zwei Baeumen. Nachdem ich ihr freundlich klar gemacht habe, dass das Bild geloescht ist und ich ganz bestimmt nicht dafuer bezahlen werde ein Bild von Natur zu machen, werde ich ein wenig unfreundlich. Als eine Belgierin eingreift ist die alte Frau kurz abgelenkt und ich nutze den Sekundenbruchteil um mich unter ihrem Bambusstock durchzuducken und die Flucht zu ergreifen.

Schade um das Bild, aber es gab noch ein paar bessere Aussichtspunkte - ohne Schmarotzer.

Nach den 28 Bends

Mittags halten wir an einem der zahlreichen Hostels und geniessen Ba Ba und Nudelsuppe. Ba Ba ist das Brot, das von den Naxi gebacken wird, der hier hauptsaechlich vertretenen Minderheit.

Blick ueber den Tiger Leaping Gorge

Nachmittags ist der Weg von Wasserfaellen und Sonnenblumen gesaeumt.

Wilde Sonnenblumen

Der Sonnenaufgang am naechsten Tag muss wegen der Wolken am Morgen leider ausfallen. Der Blick ist trotzdem lohnenswert.

Der zweite Tag am Tiger Leaping Gorge

Nach einem letzten Wasserfall kommen wir bei Tina's Guesthouse an und nehmen einen Minibus zurueck nach Lijiang, wo uns leckerer Yak Joghurt und Mama Naxis herausragendes Family Dinner erwarten.

Der letzte Wasserfall

Der Gorge von unten

Mit dem Bus nach Basha

Sep 9, 2010 • fly.floh • Vietnam 2010

Das Oertchen Zhaoxing verlasse ich so, wie ich fast angekommen waere. Zu Fuss. Ein letzter Blick zurueck auf das schoene Oertchen, was nur aus Holzhaeusern (und 3 Wind and Rain Bridges) besteht und schon bin ich auf dem Weg nach Luoxing.

Zhaoxing

Din etwa 10km lange Wanderung fuehrt mich durch ein Tal, in dem sich zahlreiche Dong Bauernhaeuser befinden. Der Reis ist hier schon geerntet und steht neben den Feldern in Reih und Glied.

geernteter Reis

Von Luoxing fahre ich mit dem Bus nach Congjiang. Eigentlich nur ca. 40km, aber diesmal ist die Strasse wirklich schlecht. Man koennte das Ganze auch einen besseren Feldweg nennen. Etwas mehr als zwei Stunden spaeter bin ich in Congjiang. Es ist keine schoene Stadt, aber von hier aus kann man den Berg nach Basha hoch laufen. Ein weiteres Dorf der Dong.

Die Wanderung, die zu einem grossen Teil auf einer wenig befahrenen Strasse entlang geht, birgt ein paar interessante Momente. Als erstes wird mir eine Mitfahrgelegenheit auf einem der Fahrzeuge angeboten, mit denen die Bauern hier so rumfahren. Die Geraete bestehen aus einem kleinen Fuehrerhaus, mit Platz fuer zwei (oder drei ;)) Personen. Davor ist eine Platte zwischen den Raedern befestigt, auf der der Motor sitzt. Es gibt keine Motorhaube oder Verkleidung, der Motor wird einfach offen auf der Platte befestigt. Hinten dran ist noch eine Ladeflaeche.

Da ich die Strecke aber diesmal wirklich laufen wollte, habe ich freundlich abgelehnt. Ein paar Kilometer weiter faehrt ein Motorrad an mir vorbei. Die drei Personen, die sich auf die kleine 125er draengen sind in China nichts besonderes. Das tote Huhn, dass einer der drei kopfueber festhaelt sieht man aber nicht alle Tage. Leider waren die drei schneller hinter der naechsten Kurve als ich meine Kamera zuecken konnte und so bleibt das Bild eurer Vorstellgunskraft ueberlassen.

Oben angekommen betrete ich ein Guest House, das von einer sehr netten Familie betrieben wird. Bei etwas Essen und Wasser erhole ich mich gerade von den beiden Wanderungen des Tages, als ich zwei der vier Chinesen vom Vorabend erspaehe. Kurz vor Sonnenuntergang mache ich mich mit den Beiden auf um Basha zu erkunden.

Zur Begruessung werden wir auch gleich freundlich angelaechelt. ;)

Welcome to Basha

Ein paar Meter weiter sind wir dann wirklich im Dorf. Wie schon in den anderen Orten sind die Haeuser aus Holz, Basha ist aber noch einfacher, traditioneller und leider auch aermer als die anderen Doerfer. Strassen gibt es in Basha nicht, dafuer jede Menge Chili und Reis. An den Haeusern werden Klamotten und Chili in zwei Etagen getrocknet. Manchmal auch noch Mais.

Ein typisches Haus in Basha

Die Menschen in Basha tragen noch traditionelle Kleidung. Bei den Frauen ist das ein einfarbiges T-Shirt, ein schwarzer Rock und darueber eine bunt bestickte Schuerze.

Traditionelle Kleidung in Basha

Bei den Maennern aeussert sich das Traditionelle hauptsaechlich durch das Tragen eines Dolches. Die sicht vom Dorf ueber das darunter liegende Tal ist am ersten Tag noch super. Am zweiten Tag zieht das Tal langsam mit dem Rauch vom verbrennen des Reises zu.

Sonnenuntergang in Basha

An beiden Abenden, die ich in Basha verbracht habe, habe ich mit der Familie und den anderen Gaesten des Guest Houses gegessen. Neben reichlich richtig gutem chinesischen Essen gab es auch reichlich lokalen Reiswein (wer hat eigentlich behauptet Chinesen vertragen keinen Alkohol?). Den Reiswein ablehnen war teilweise etwas schwierig, vorallem am zweiten Abend.

Nicht nur wegen des vielen Reisweines war die Busfahrt nach Kaili am naechsten Tag sehr anstrengend. Die Strasse ist ueber die gesamten 200km noch schlechter als der bessere Feldweg nach Congjiang. Sie ist auch ziemlich bergig und deswegen extrem kurvig und eng. Nach etwas ueber 8 Stunden Busfahrt haben wir die 200km nach Kaili aber auch geschafft, und ich bin (auf besserer Strasse) direkt nach Guyang weiter gefahren und habe mir dort eine erholsame Muetze Schlaf gegoennt. Am naechsten Tag sollte es, mit kurzem Zwischenstop in Kunming nach Lijiang weiter gehen.

Hitchhiker's Guide to China

Sep 7, 2010 • fly.floh • Vietnam 2010

Um von Sanjiang nach Zhaoxing zu kommen brauche ich laut dem Reisefuehrer erst einen Bus nach Diping und dann von dort einen nach Zhaoxing. Schon der Kauf der Tickets im Busbahnhof ist eher abenteuerlich. Daiping wird von so gut wie niemandem verstanden, vermutlich spreche ich es einfach falsch aus, und chinesische Schriftzeichen dafuer habe ich nicht. Am Ende habe ich ein Ticket fuer einen Bus von dem ich glaube, dass er nach Diping faehrt.

Der Bus faehrt an einem Fluss entlang, durch ein Tal in dem der Reis zu einem grossen Teil schon gelb, und damit so gut wie reif, ist.

Gelber Reis, bei Diping

Etwa drei Stunden spaeter komme ich in Diping an. Der Bus hat nur ca. 100km zurueck gelegt, aber die Strassen hier sind so eng, dass es teilweise sehr lange dauert, bis ein Bus und ein LKW aneinander vorbei gefahren sind.

In Diping steige ich aus und das erste was ich neben den Holzhaeusern der Dong (eine weitere Minderheit in China) sehe, ist eine Wind and Rain Bridge, diesmal ohne Eintritt.

Die Holzhaeuser der Dong in Diping

Diping Wind and Rain Bridge

Ich schaue mich etwa eine halbe Stunde in Diping um, bevor ich mich entscheide nach dem Bus nach Zhaoxing zu suchen. Das ist schwerer als gedacht. Einen Busbahnhof gibt es nicht, englisch spricht erwartungsgemaess niemand. Das chinesische Wort fuer Bus, qiche, in Verbindung mit Zhaoxing ruft auch erstmal nur unverstaendniss hervor.

Ein paar Chinesen diskutieren eine Weile mit mir, bevor mir klar wird, dass sich mich fuer 100 Yuan nach Zhaoxing fahren wollen. Viel zu viel. Verhandlungsbereit sind sie auch nicht und so setze ich meinen Rucksack auf und mache mich auf eine geschaetzt 30-35km Wanderung gefasst.

Ein paar Kilometer spaeter halte ich aber schon einen Bus an. Der faehrt zwar nicht bis Zhaoxing, aber immerhin schonmal die ca. 10km nach Long' E. In Long' E steht ein weiterer Bus rum, ich frage einen Einheimischen, ob der nach Zhaoxing faehrt und ernte ein bushi (ausgesprochen buschr, eine Form von nein). Ich schaue mir noch den Sonnenuntergang ueber der staubigen Strasse an und mache mich wieder auf eine Wanderung gefasst.

Sonnenuntergang in Long' E

Durch ein ansehnliches Bachtal laufe ich in Richtung Zhaoxing. Hin und wieder schallt mir ein freundliches "Hello" entgegen, meist antworte ich mit "Ni Hao". Ein Laowei ist in dieser Ecke Chinas immernoch eine kleine Sensation.

Ich laufe seit ca. einer Stunde als ein Motorradfahrer an mir vorbei faehrt und etwa 50m vor mir anhaelt. Als ich mich naehere bedeutet er mir mit freundlichem Grinsen aufzusteigen. Auf schwachen 125ccm kriechen wir ueber eine holprige Strasse durch das Tal. Irgendwann ist das Tal zu Ende und wir kriechen noch langsamer den Berg hoch. Schneller als laufen sind wir aber und bequemer ist sein Motorrad auch. Zumal ich, ohne Helm, recht froh bn, dass wir uns nur langsam bewegen.

Als wir ueber den Pass fahren geht in dem Tal in das wir dann rein fahren "nochmal" die Sonne unter. Leider konnte ich vom Motorrad aus kein Foto machen, aber der Blick war atemberaubend. Festhalten war auf der holprigen Strasse oberste Prioritaet. ;)

Ein paar Kilometer spaeter setzt er mich in Zhaoxing ab. Nachdem ich mir den Ort angeschaut habe suche ich mir eine nette Kneipe um was zu essen. Ein paar Chinesen fragen mich ob ich mit ihnen essen will. Chinesen essen gerne zusammen, das Essen wird geteilt. Alleine essen macht keinen Spass. Schon gar nicht in China. Ich willige also ein und unterhalte mich mit den Vieren. Spaeter gibt es im Guesthouse des Einen noch ein paar Bier. Frog, so stellt er sich vor ist der sehr freundliche Besitzer von Frog's Guesthouse. Solltet ihr je eine Bleibe in Zhaoxing, Guizhou, China suchen, kann ich euch sein Guesthouse nur empfehlen.

Reis vom Ruecken des Drachen

Sep 6, 2010 • fly.floh • Vietnam 2010

Nach der Wanderung und der Fahrradtour haben wir in Yuangshuo so gut wie alles gesehen. Klettern gehen wollten wir nicht, man braucht dazu hier eine Tour (ich habe zumindest keine Kletterfuehrer gesehen) und die kostet Geld. Ausruestung haette ich auch leihen muessen, da ich nix dabei habe. Ganz nebenbei schmeckt mir auch die kommerzialisierte Art, wie hier geklettert wird ueberhaupt nicht. An einer Wand gab es ein paar Routen, davor ein Zelt mir Kameras und Laptops, bei dem man Bilder kaufen konnte. Dazu kamen dann noch pinke Plueschtiere die ueberall in der Wand verteilt waren. Das sieht mir alles viel zu sehr nach Vergnuegungspark aus, fehlt nur Mickey Mouse. Ohh moment, in Yuangshuos West St, rennt Mickey Mouse ja tatsaechlich rum und versucht Fotos zu verkaufen. Ob Disney davon weiss?

Klettern in China

John und ich verlassen Yuangshuo also um zu den Dragon's Backbone Rice Teraces zu kommen. Ein letztes frisches Banana Bread im Bamboo Inn und die Fahrt, erst nach Guilin und dann nach Longsheng geht los.

Es ist nicht weit aber die Strasse fuehrt in die Berge und ist holprig, der Trip dauert daher eine Weile und wir kommen erst gegen 17 Uhr in Longsheng an. Direkt am Bus werden wir von ein paar "Hello Hellos" abgefangen, die uns ihr Hotel in Tian Tou verkaufen wollen. Nach ein paar Minuten ueberlegen und einer knappen Verhandlung um den Preis stimmen wir zu. Eigentlich wollten wir ja nach Ping An, aber Tian Tou ist nicht im Lonely Planet (ich sollte spaeter erfahren, dass es tatsaechlich im neuen LP ist) und John hat die Hoffnung, dass es deshalb nicht so touristisch ist wie Ping An.

Knappe anderthalb Stunden spaeter kommen wir in einer doerflichen Gegend hoch in den Bergen an. Die "Hello Hello" Frau, der wir gefolgt sind sagt es sei noch eine halbe Stunde zu laufen, bevor wir zu ihrem Hotel kommen.

Dianxi Village, 30 Minuten "unter" Tian Tou

Die Haeuser in den Doerfern sind alle komplett aus Holz gebaut und die meisten sind von Yao, einer der Minderheiten Chinas bewohnt. Die Doerfer sind sehr ruhig, nur gelegentlich bellt mal ein Hund. Die Frauen der Yao haben sehr lange Haare, im Normalfall zu so etwas wie einem Turban zusammen gebunden.

Am naechsten Morgen machen wir uns auf, die Wanderung nach Ping An. Etwa 4 Stunden laufen wir durch noch nicht ganz reifen Reis und eine sehr sehenswerte Berglandschaft.

Der Ruecken des Drachen

Der Bergruecken schlaengelt sich durch die Landschaft, so dass er teilweise aussieht wie der Ruecken eines Drachen. Daher, nehme ich an, ruehrt auch der Name der Gegend. Um diese Jahreszeit sind die Reisfelder, und damit die gesamte Gegend, zumeist gruen. In ein paar Wochen wird der Reis aber reif und das gruen mischt sich mit einer ganzen Menge gelb.

Der - noch - gruene Reis

Eine andere Farbe ist aber auch um diese Jahreszeit zu sehen. Quasi ueberall trocknen die Einheimischen um diese Jahreszeit roten Chili.

In der Sonne trocknender Chili

Von Ping An nehmen wir einen Bus zurueck nach Longsheng um direkt nach Sanjiang weiter zu fahren. Kein sonderlich schoener Ort, aber in der Naehe gibt es eine Wind and Rain Bridge und es ist die Hintertuer in die naechste Provinz auf meinem Weg, Guizhou. Nach einer Nacht in Sanjiang fahren wir am naechsten Morgen zur Bruecke, die mal wieder Eintritt kosten soll. Keiner von uns beiden ist bereit dafuer zu zahlen, ueber eine nicht ganz 100m lange Bruecke zu laufen, vorallem keine 60 Yuan, und so sehen wir uns die Bruecke nur aus der Ferne an.

Chengyang Wind and Rain Bridge

Zurueck in Sanjiang nimmt John einen Bus nach Wouzhou, im Sueden von Guanxi, ich aber fahre nach Zhaoxing weiter und so trennt sich unser Weg an dieser Stelle.

Meet the Laowei

Sep 6, 2010 • fly.floh • Vietnam 2010

Etwa 70km suedlich von Guilin liegt eine fuer chinesische Verhaeltnisse sehr kleine Stadt. Der Bus braucht etwa 1,5 Stunden fuer die Fahrt, die Strasse ist nicht besonders gut (obwohl ich noch merken sollte, dass diese Strasse in der Tat als sehr gut bezeichnet werden kann).

Yuangshuo, ist deshalb besonders, weil die Umgebung der Stadt wirklich sehr sehenswert ist und - wahrscheinlich bedingt durch eben genanntes - sich dort haufenweise Laowei (Auslaender) tummeln.

Yuangshuo

Den ersten Tag verbringe ich damit, die Stadt zu erkunden und bei leckerem Tee ein wenig zu lesen. Am Abend treffe ich John, wir trinken ein Bier in Monkey Janes. Allerdings nur eines, MJ's ist voller (nicht mehr ganz nuechterner) Laowei. Eine Biertischgarnitur faellt sofort in's Auge.

MJ's Bierpong Tisch

Der westliche Einfluss wird spaetestens beim Bierpong Tisch sehr deutlich sichtbar. Auch wenn Bierpong hier mit Wasserglaesern gespielt wird. Das ist uns dann doch etwas zu viel und wir verlassen die Bar recht schnell wieder.

Der Plan fuer den naechsten Tag war eine Fahrradtour zum Moon Hill. Beim Fruehstueck treffen wir Jenevie (ich hoffe das ist richtig geschrieben), sie will eine Wandertour am Li River machen. Zufaellig wollte ich die auch machen. John geht's aehnlich und wir aendern spontan unsere Plaene.

Ein lokaler Bus bringt uns in ein Dorf noerdlich von Yuangshuo, ich kaufe noch ein paar "Yellow Skin", sehr leckere, suesse Fruechte, und los geht's.

Der Fluss hat ein paar sehr beeindruckende Aussichten auf die hier allgegenwaertigen Karst-Felsen.

Karst Felsen am Li River

In den angrenzenden Doerfern werden alle moeglichen Fruechte angebaut und Kuehe gehalten. Nebenbei verdienen die Leute mit Bamboo Raft Touren, den Fluss entlang. Die meisten modernen Bambus-Floesse sind aber keineswegs aus Bambus, sondern aus Plastik.

Farming am Li River

Die Wanderung ist mit 24km nich gerade kurz, wenn auch wenig anstrengend. Mit zwei Busfahrten vergeht aber recht locker ein ganzer Tag, sodass wir puenktlich zum Abendessen wieder in Yuangshuo sind.

Am naechsten Tag stand nun wirklich unsere Fahrradtour auf dem Programm. Ueber Feldwege geht's direkt von Yuangshuo zum Moon Hill.

Moon Hill

Zum Gipfel zu gelangen kostet - wie alles in China - Eintritt. Mit 60 Yuan (ca. 8 EUR) auch nicht eben wenig. Keiner von uns ist wirklich motiviert, also fahren wir weiter Richtung Big Banyan Tree.

Am Banyan Tree finden wir eine gemuetliche Ecke und machen Mittagspause. Ich habe noch eine ganze Menge Yellow Skin und ein paar gruene Mandarinen. Diese Art Mandarinen muss allerdings gruen sein, gelb schmecken sie nicht mehr. Waehrend wir essen bricht um uns herum eine kleine Wasserschlacht aus. John und Elisabetta waren daran allerdings nicht unbeteiligt und am Ende auch entsprechend durchnaesst.

Wasserschlacht am Luiong River

Am Abend gibt es ein echtes, chinesisches Essen. Zu fuenft kann man hier eine ganze Menge Essen bestellen und in China ist es Brauch, dass jedert von Allem ist. Das heisst am Ende: Mehr Leute, mehr Auswahl. :)

Danach geniessen wir, bei ein paar Bier, den Blick auf Yuangshuo von unserem ruhigen Plaetzchen aus. Am naechsten Tag wollen John und ich in's doerfliche China, angefangen mit den Reis Terassen von Longji.

Yuangshuo by night

Lebenszeichen

Sep 1, 2010 • fly.floh • Vietnam 2010

Ich bin gerade in Zhaoxing angekommen. Ist ein nettes 700 Seelen Dorf an der Grenze zwischen den Provinzen Guangxi und Guizhou. Ist viel passiert, seit ich in Yuangshuo das letzte Mal geschrieben habe. Ich habe viele schoene chinesische Doerfer gesehen, lokales Essen genossen und bin durch wunderbare Landschaften gewandert.

Leider habe ich gerade nicht viel Zeit zum schreiben, ich habe vorhin beim Essen ein paar Chinesen getroffen und bin gerade mit denen beim Tee und Bier trinken.

Ich schreibe in den naechsten Tagen mal ein wenig ausfuehrlicher ueber meine Erlebnisse. Dann gibt's auch ein paar Bilder.

Guilin

Aug 27, 2010 • fly.floh • Vietnam 2010

Ein weiterer Tag im Suedosten von China. Mein Ziel war Yuangshuo. Am Busbahnhof gabs aber keine Tickets nach Yuangshuo. Meine Reise sollte also ueber einen Zwischenstop in einem mir nicht mit Namen bekannten Ort nach Wouzhou gehen. Laut Lonely Planet sollte dort einen Bus nach Yuangshuo geben.

In Wouzhou gibt es zwei Busbahnhoefe und ich bin natuerlich an dem angekommen, an dem es keinen Bus nach Yuangshuo gibt. Also nehme ich einen alten Bus, der aussieht als faellt er beim ersten Schlagloch auseinander, und fahre einmal quer durch die Stadt zum anderen Busbahnhof.

Ich kaufe ein Ticket nach Yuangshuo und bekomme eines nach Guilin. Nicht weiter schlimm, nach Guilin wollte ich sowieso noch, ist auch nicht weit weg von Yuangshuo. Der Bus faehrt ein paar Stunden und die Landschaft wird bergig. Irgendwann fahren wir aus einem Tunnel und die ganze Landschaft ist voll mit Karst-Felsen. In Guilin und in der Umgebung von Yuangshuo stehen auch eine ganze Menge davon.

Ich checke in Guilin in ein schickes Hostel ein, weil ich keine Lust mehr habe noch laenger in Bussen zu sitzen, inzwischen war es 17 oder 18 Uhr und ich hatte den ganzen Tag in 4 verschiedenen Bussen verbracht.

Am naechsten Tag schaue ich mir Guilin in Ruhe an. Die Stadt ist voller Touristen, hauptsaechlich Chinesen, aber auch ein paar Europaer. Zwei Dinge folgen daraus:

  1. Die Eintrittspreise sind nicht sonderlich Chinesisch. 70Yuan fuer einen Felsen sind keine Seltenheit.
  2. Es gibt ueberall "freundliche" Chinesen, die sich erstmal dafuer interessieren wo man herkommt. Am Ende wollen sie aber doch alle Boat-trips oder Tee verkaufen.

Ein Park, ein Stueck ausserhalb der Stadt, ist aber bezahlbar. Er nennt sich 7 star area und ist eines der ersten touristisch entwickelten Sehenswuerdigkeiten Chinas gewesen.

Ein Karst-Felsen in der 7 star area

Aber nicht nur Felsen sind im Park zu finden:

Ein kleiner, wilder Affe im Park

Der Rueckweg zum Hostel fuehrt mich ueber die Liberation Bridge. Von dort laesst sich die "Skyline" von Guilin gut ansehen.

Guilins Karst-Felsen Skyline

Dingu Shan

Aug 27, 2010 • fly.floh • Vietnam 2010

Nach einem Tag Pause habe ich mir vorgestern einen Bus aus Guangzhou gesucht und bin nach Zhaoqing weiter gefahren. Zhaoqing ist nicht weiter interessant, 20km nordoestlich der Stadt gibt es aber einen Berg mit Naturschutzgebiet drum herum. Eigentlich sollte es dort auch ein Hostel geben und so hatte ich geplant mich ein paar Tage in Dingu Shan aufzuhalten und ein wenig die Gegend zu erkunden.

Als ich dort ankam hiess es aber, dass es derzeit keine Hostel-Zimmer gibt und das Einzelzimmer sollte ca. 400 Yuan (45EUR) pro Nacht kosten. Zu teuer. Also habe ich meinen Rucksack aufgesetzt (15kg) und meinen Tagesrucksack dran geschnallt (4kg) und habe das Gebiet halt an einem einzelnen Tag erkundet. Wie sich raus stellte war das auch gar nicht schlecht, denn das Gebiet war deutlich kleiner als es auf der Karte im Reisefuehrer wirkte und ich habe an einem Tag fast alles gesehen.

Leichter Regen macht die Hitze ein klein wenig ertraeglicher als ich durch ein Tal mit subtropischem Regenwald laufe und mir die passenden Wasserfaelle anschaue. Ich schwitze trotzdem mehr als ich trinken kann.

Der kleine Wasserfall

Der grosser Wasserfall, Sun Yat-Sen hat in den 20ern im See davor gebadet

Im See unter dem Wasserfall hat irgendwann in den 20ern mal Sun Yat-Sen gebadet. Sun Yat-Sen gilt als der Vater des modernen Chinas, er hat China befreit und geeinigt. Irgendwann haben sich die Chinesen aber wieder zerstritten, in Kuonmintang und Kommunisten. Das Resultat war ein Buergerkrieg und ein in PRC und Taiwan getrenntes China.

Das Wasser des Sees soll ausserdem sehr gesund sein, bakterienfrei und voller Ionen.

Oben angekommen erwartet mich ein weiterer See und ganz netter Ausblick.

Der See ueber den Wasserfaellen

Und wie ueberall in China: ein Tempel.

Im Tempel

Abends bin ich dann mit dem Bus wieder nach Zhaoqing gefahren. Dort habe ich zwar auch kein Hostel gefunden, aber immerhin ein deutlich guenstigeres Einzelzimmer in der Naehe des Busbahnhofs. Schliesslich wollte ich am naechsten Morgen die lange Reise nach Yuangshuo antreten.

China, Facebook, Twitter und der Rest des Internets

Aug 25, 2010 • fly.floh • Vietnam 2010

Ich hab heute noch nix gesessen (hier ist es inzwischen um 7), deswegen nur mal ein kurzes Lebenszeichen. Mehr kommt dann morgen oder in den naechsten Tagen. Ich bin jetzt in Guilin, hab (dank Lonely Planey) ein super Hostel gefunden und werde mich demnaechst mal auf die Suche nach was zu essen machen. Such deshalb, weil der LP sagt, dass hier gerne Tiere gegessen werden, die auf der Liste von Arten stehen die vom Aussterben bedroht sind. Wer mich und meine Abneigung gegen Thunfisch-Pizza kennt, weiss wie ich mit sowas umgehe.

Unabhaengig davon noch ein kurzer Kommentar in ganz anderer Sache. Facebook und Twitter sind leider jenseits der grossen chinesischen Firewall. Auch meebo scheint inzwischen nicht mehr richtig zu funktionieren. Wenn ihr also wollt, dass ich in der Lage bin, eure Kommentare zu lesen muesst ihr leider hier, oder per Mail an die uebliche Adresse kommentieren. Der Lonely Planet fuer Vietnam sagt uebrigens, dass die Vietnamesen das Internet mit chinesischer Technologie kuenstlich kleiner machen. Ich habe also nicht wirklich Hoffnung auf Besserung, was das angeht.

The Temple of the Five Immortals

Aug 23, 2010 • fly.floh • Vietnam 2010

Nach dem etwas anstrengenden Trip nach Kaiping und Zili gestern habe ich mir heute mal einen Tag Pause gegoennt. Eine Runde ordentlich ausgeschlafen, geduscht, gelesen und mit leckeren Schoko-Keksen ausgiebig gefruehstueckt.

Da ich aber nicht den ganzen Tag im Hostel verbringen wollte habe ich mich gegen Mittag dann doch nochmal raus getraut. Das Ziel war ein Taoistischer Tempel. Der Tempel der fuenf Unsterblichen. Die fuenf unsterblichen sind angeblich diejenigen die Guangzhou gegruendet haben.

Viel mehr kann ich zum Tempel leider nicht erzaehlen, da es recht wenig Information dazu gab.

Palmblaetter

Die Gaerten des Tempels

Verzierungen auf den Daechern des Tempels

Guangzhou, Kaiping und die diaolou

Aug 23, 2010 • fly.floh • Vietnam 2010

Ich habe Macau vorgestern Richtung Guangzhou verlassen. Mangels alternativem Strift habe ich das Einreise-Formular fuer China mit rot ausgefuellt. Laut Lonely Planet ein grosser Fehler, rot wird nur fuer Protest-Briefe verwendet. Manchmal auch noch zum korrigieren von Arbeiten, aber nie fuer Sonstiges. Wahrscheinlich musste ich das Formular deshalb bei der Kontrolle nochmal ausfuellen.

Guangzhou ist gross und laut. Ein kleine Oase, mitten in der lauten Stadt ist Shamian Island. Die Insel ist etwa 1km lang und vielleicht 400m breit und liegt mitten in Guangzhou im Pearl River. Hier habe ich ein nettes Hostel gefunden.

Shamian Island

Ansonsten gibt es in Guangzhou nicht besonders viel zu sehen, deswegen habe ich mich gestern gleich in den naechsten Ueberlandbus nach Kaiping gesetzt um mir die diaolou anzuschauen. Die diaolou sind Tuerme, die von chinesischen Emmigranten, die nach China zurueckgekehrt sind gebaut. Die meisten zwischen 1860 und 1930. Von diesen recht einzigartigen Tuermen gibt es drei Kategorien:

  • Watchtower, die meist von einem oder mehreren Doerfen zusammen gebaut wurden um vor Dieben etc. zu warnen. Diese sind meist auf Huegeln, zwischen den Doerfern zu finden.
  • Living Towers, von einer Familie als Wohnhaeuser gebaut, meist direkt in den Doerfern und mehrere direkt nebeneinander. Living Towers sind meist prachtvoll gebaut.
  • und als letztes die Lager, in denen die Familien eines Dorfes ihr Hab und Gut schuetzten, wenn sich Diebe und andere Feinde (z.B. die Japaner im 2. Weltkrieg) naeherten. Auch die Lager sind direkt in den Doerfern, aber nicht so prachtvoll.

Von Kaiping musste ich nur noch in das kleine Dorf Zili fahren um die diaolou zu sehen. Sollte ja nicht sonderlich schwer sein. Frohen Mutes steige ich in Kaiping aus dem Bus und will mich gerade auf die Suche machen, als es von vorne ertoent: "diaolou, taxi?" Ich war eindeutig in China. Mein Instinkt sagte: erstmal weg von hier. Die Taxifahrer wollten allerdings nicht so richtig locker lassen bis ich mich ein gutes Stueck von der long-distance bus station entfernt hatte. Die Stadtbusse, die an jeder Ecke zu fahren schienen, fuhren allerdings allesamt nicht nach Zili, obwohl das nur ca. 20 Minuten entfernt liegen sollte. Ich war schon kurz davor aufzugeben und einen der Taxifahrer gluecklich zu machen, als ich auf die Idee kam mal in der long-distance bus station nachzufragen.

Also zurueck. An einem Marktstand gab's noch ein paar leckere Pfirsiche. Je naeher ich der bus station kam, desto aufdringlicher wurden die "diaolou, taxi?" Rufe. Ignorieren schien die Fahrer nur noch mehr anzuspornen und ein regelrechter Wettstreit mit den Mufta-Fahrern brach aus.

Ich komme irgendwann wieder in der Station an und ergattere auch prompt ein Ticket fuer den naechsten Bus nach Zili. Ein Problem habe ich noch, der letzte Taxi-Fahrer folgt mir bis in den Warteraum der bus station. Wie ein Geier kreist er am Ausgang um zu sehen, ob ich auch wirklich in den Bus einsteige, fuer den ich gerade vor seinen Augen ein Ticket gekauft habe.

Der Bus faehrt mich dann 20 Minuten mitten in's nirgendwo.

Irgendwo im Nirgendwo

Ich steige aus und folge der einzigen Strasse, die mich auch tatsaechlich erst zu einem einzelnen Watchtower und dann nach Zili fuehrt.

Living Towers in Zili

Zilis Watchtower

Macau Sighseeing

Aug 21, 2010 • fly.floh • Vietnam 2010

Mein Sightsseing Trip in Macau beginnt bei Starbuck's am Lago do Senado. Ich bin ja normalerweise immer dafuer lokale Kueche zu geniessen, aber zum Fruehstueck brauche ich was Suesses, und das gibt's in China nur bei amerikanischen Ketten. Macau merkt man in dieser Beziehung die grosse Dominanz (98%) der Han-Chinesen - die zum Fruehstueck einfach das Essen, was es sonst auch gibt -  an, selbst McDonald's verkauft in Macau kein Freuhstueck.

Nach dem Essen beginnt die eigentliche Tour. Vom Lago do Senado geht's zu den Ruinen der Kirche  von St. Paul. Frueher mal eine der schoensten und vorallem groessten Kirchen der Stadt, doch seit einem Brand im Jahre 1835 ist nur noch die Fassade erhalten. Direkt nebenan findet sich Monte Fort mit dem Macau Museum. Lonely Planet bezeichnet das Museum als eines der besten Asiens, und ich muss zugeben es macht schon was her. Neben der Geschichte Macaus und einer Druckmaschine gibt es allerhand Ausstellungsmaterial zur westlichen und chinesischen Kultur. Interaktive Filmchen inklusive.

Die Ruine der Kirche von St. Paul

Eine gute Stunde spaeter verlasse ich das Museum Richtung Lou Lim Loc Gardens, ein sehr schoener Park im Norden der Macau Halbinsel. Naechste Station ist der Guia Hill mit der Guia Fortress. Dort gibt es den aeltesten Leuchtturm Asiens, der 1865 fertiggestellt wurde.

Lou Lim Loc Gardens

Der aelteste Leuchtturm Asiens

Den Nachmittag verbringe ich in Taipa Village, das auf der Insel suedlich von Macau liegt. Taipas Altstadt ist eine ruhige Abwechslung zum geschaeftigen und lauten Macau. Zwischen Taipa und Coloane, der anderen Insel von Macau, befindet sich der Cotai Strip. Cotai liegt nur dank Landaufschuettungen ueber Wasser. Hier entstehen gerade unzaehlige Casinos und Hotels, ganz nach dem Vorbild von Las Vegas. Das bereits fertiggestellte The Venetian ist gar eine 1:1 Kopie des Venetian in Las Vegas.

Um Hektik und Hitze zu entfliehen verbringe ich den Rest des Nachmittags am Strand. Das Meer ist gerade kalt genug um Abkuehlung zu verschaffen und der Schatten eines Steins schuetzt vor Sonnenbrand.

Ruhe am Strand

Ein kurzer Spaziergang bringt mich am Abend in das verschlafene Nest Coloane, wo ich ein nett aussehendes Restaurant finde.